Der Schweizer Beat Feuz ist nach seinem Erfolg am Freitag auch gestern nicht zu schlagen. 	FOTO: DPA
+
Der Schweizer Beat Feuz ist nach seinem Erfolg am Freitag auch gestern nicht zu schlagen. FOTO: DPA

Feuz dominiert auf Streif

  • vonDPA
    schließen

(sid) Romed Baumann sah zunächst nicht sehr glücklich aus. Und Andreas Sander ärgerte sich so sehr über seine Fahrt, dass er ein wütendes »Aaah« durch den Zielraum schrie, dann die Skistöcke auf seine Tasche feuerte und den Helm gleich hinterher. Doch der Ärger war schon bald vergessen.

Als die zweite Abfahrt auf der berüchtigten Streif in Kitzbühel beendet war, da durften neben dem Doppel-Sieger Beat Feuz (Schweiz) auch die deutschen Schussfahrer lächeln: Mit Rang fünf und sechs bestätigten Baumann und Sander knapp drei Wochen vor dem WM-Rennen in Cortina d’Ampezzo ihre Topform.

Baumann war »mega happy« über »meine beste Platzierung seit langem« - genau genommen hatte er zuletzt im Dezember 2015 Rang fünf bei einer Abfahrt belegt. Doch die Deutschen wollen mehr - endlich rauf aufs Siegertreppchen. Gerne schon bei der nächsten Abfahrt am 7. Februar in Garmisch-Partenkirchen. Oder, noch besser: beim WM-Rennen am 14. Februar.

»Wir gehören sicher zu dem Kreis, der um die Medaillen mitfahren kann«, sagte Alpinchef Wolfgang Maier, auch wenn er wie gewohnt betonte: kann. Denn: »Bei solchen Rennen weißt du natürlich nie, wie die Umstände sind.«

Seine Abfahrer jedenfalls haben das Podium fest im Blick - hatten sie schon an diesem Wochenende. »Ich wollte unbedingt ums Podest mitkämpfen«, betonte Sander, der am Freitag im ersten Rennen auf der Streif Rang fünf belegt hatte. »Ich habe auch mitgekämpft«, ergänzte er, »aber die ersten Drei waren zu weit weg.« Ja, bestätigte auch Baumann, der Achtplatzierte vom Freitag: »Das Podium ist weit weg.« Doch davon mal abgesehen, sei alles nur noch eine Frage der Zeit: »Wenn du solide, konstant unter die ersten Zehn fährst, wird es auch mal fürs Podium reichen. Da mache ich mir keinen Kopf.«

Zielsprung entschärft

Am Sonntag fehlten Baumann 0,59 Sekunden zum dritten Rang, Sander 0,62. Das Maß aller Dinge war dabei erneut Beat Feuz: Bei zwei Abfahrten auf der Streif auch zweimal zu gewinnen, das war zuletzt vor 26 Jahren dem Franzosen Luc Alphand gelungen. »Unglaublich«, sagte Feuz, vor diesem Wochenende viermal Zweiter in »Kitz«. Alphands Landsmann Johan Clarey (40) belegte am Sonntag Rang zwei und ist damit nun der älteste Alpine auf einem Weltcup-Podest. Dritter wurde Olympiasieger Matthias Mayer (Österreich), der am Freitag Zweiter hinter Feuz gewesen war. Stürze gab es nach der witterungsbedingten Verlegung des Rennens auf Sonntag und der Entschärfung des Zielsprungs diesmal keine.

Derweil erlebte die deutsche Skirennfahrerin Kira Weidle in Crans-Montana ein Wochenende zum Vergessen. Im Super-G am Sonntag reichte es für die Starnbergerin nur zu Platz 26. 2,35 Sekunden lag sie im Ziel hinter Lara Gut-Behrami. In den beiden Abfahrten am Freitag und Samstag hatte Weidle, die als einzige Athletin des Deutschen Skiverbands (DSV) in der Schweiz an den Start gegangen war, die Plätze fünf und 16 belegt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare