Faris Al-Sultan als Aktiver bei seinem Sieg beim Frankfurter Ironman Germany FOTO: DPA
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Faris Al-Sultan als Aktiver bei seinem Sieg beim Frankfurter Ironman Germany FOTO: DPA

DTU feuert Al-Sultan

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(sid). Faris Al-Sultan verspürte mal wieder ein dringendes Mitteilungsbedürfnis. "Ich möchte klarstellen", schrieb er also auf seiner neuen Lieblingsplattform Twitter, "dass ich nicht gefeuert wurde, weil ich meine persönliche Meinung kundgetan habe". Die offizielle Erklärung der Deutschen Triathlon Union (DTU) über das Ende der Zusammenarbeit am 30. September 2020 war da gerade einmal wenige Sekunden alt.

Und tatsächlich verlor der Verband darin kein Wort über die verwirrenden und kritischen Aussagen, die der Bundestrainer Elite in den vergangenen Wochen tagtäglich in Bezug auf die Corona-Pandemie getätigt hatte. Vielmehr seien "unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Zusammenarbeit" der Grund für die längst überfällige Demission und die vorzeitige Auflösung des bis Jahresende gültigen Vertrags gewesen.

Al-Sultan behauptete sogar, dass er selbst bereits "am 26. März auf den DTU-Direktor zugegangen" sei und diesen informiert habe, nach der Saison aufzuhören. Ob das stimmt? Reine Spekulation. Die Trennung war jedenfalls spätestens seit dem 14. April alternativlos, weil Al-Sultans Leserbrief an das Nachrichtenmagazin "Spiegel" auch auf die DTU ein schlechtes Licht warf.

"Ich schäme mich für eine Bundeskanzlerin", schrieb der gebürtige Münchner darin unter anderem über den Umgang der deutschen Regierung mit der Coronakrise, "die wider aller Fakten etwas vom Verlust der Liebsten faselt, statt auf die organisatorische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft hinzuweisen, um sämtliche Probleme mit Vernunft anzugehen".

Al-Sultan zog in seinem Brief auch Vergleiche mit der NS-Zeit, als er etwa von einem Volk sinnierte, das "immer noch die Hände an die Hosennaht legt und ›Jawohl mein Führer!‹" schreie. Oder in ihm "dunkle Erinnerungen an bloße Befehlsempfänger" geweckt würden. Die DTU distanzierte sich umgehend von diesen Aussagen und deutete schon damals an, dass sich die Wege früher oder später trennen sollten.

Der Ironman-Weltmeister von 2005 ist binnen weniger Monate somit einen weiteren Job los. Im vergangenen November hatte der zweimalige Hawaii-Sieger Patrick Lange die Zusammenarbeit mit Al-Sultan beendet, der schon zu seinen aktiven Zeiten als streitbarer Charakter galt.

Al-Sultan hatte sich ab diesem Zeitpunkt voll und ganz auf seine Aufgabe bei der DTU konzentrieren können, die Athleten aus dem Elitekader auf Olympia vorbereiten sollen.

"Er hat in seiner Zeit einige neue Impulse und Ideen in den Verband eingebracht", ließ die DTU wissen. Seine Ansichten als Privatperson wurden ihm allerdings zum Verhängnis - auch wenn Al-Sultan das anders sieht.

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