Ferrari "langsam und schäbig"

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(dpa). Bei Ferrari wissen sie ziemlich genau, was sie den Tifosi antun. "Wir sind enttäuscht und wütend, genauso wie es zu Recht unsere Fans sind", sagt Mattia Binotto. Der 50-Jährige ist der Teamchef der Scuderia. Er führt den Formel-1-Rennstall, der in diesem Jahr eigentlich wieder um die Weltmeisterschaft kämpfen und mit Glanz und Gloria seine 1000. Grand-Prix-Teilnahme feiern wollte.

Stattdessen muss sich Binotto nach dem Großen Preis von Belgien mehr denn je die Frage gefallen lassen, ob er noch geeignet ist, das Team aus seiner schweren Krise zu holen. "Ob ich noch der richtige Mann bin, kann ich nicht beantworten", meinte Binotto, das müssten andere. Er sagt es - wie es seine Art ist - recht nüchtern und unaufgeregt.

Fakt ist, dass Ferrari ein erschreckendes Bild abgibt und die Plätze 13 für Sebastian Vettel und 14 für Charles Leclerc in Belgien keine Verkettung unglücklicher Umstände waren, sondern schlichtweg dem Leistungsstand entsprachen. Sogar im Live-Ticker der Formel 1 fiel die Bilanz verheerend aus: "Nicht mal mehr die Fahrer verstehen das Auto."

Nach den Dissonanzen wegen der Entscheidung gegen eine Verlängerung des Vettel-Vertrags habe sich diese Saison von schlecht zu noch schlechter für die Scuderia entwickelt, hieß es. Noch schlechter geht es mittlerweile kaum mehr. "Langsam, schäbig, unzuverlässig", ätzt "La Repubblica" aus Italien. Und die "Gazzetta dello Sport" urteilt: "Ferrari zeigt einen Mangel an Ideen und Mut."

Auch wenn die österreichische "Kronen-Zeitung" die Darbietungen "mitleiderregend" findet, regt sich bei den Mitbewerbern eher Unmut über den Absturz. "Ferrari ist eine ikonische Marke. Sie sollten ganz vorne kämpfen", mahnt Toto Wolff. Der Teamchef von Mercedes macht sich Sorgen. Ein Krisenfall Ferrari schadet sportlich der Motorsport-Königsklasse.

Angesprochen auf das, was ihn eigentlich noch antreibt, wenn ein einst so erfolgreicher Pilot derzeit im hinteren Mittelfeld herumdümpelt, sagt Vettel: "Die Leute um mich herum, die Mechaniker, die Ingenieure in der Garage." Es sei sicher nicht der ganz große Spaß, um Platz 13 zu kämpfen. "Ich bin aber Teil des Teams, nicht wegen des Vertrags, sondern auch aus dem Teamgeist heraus." Es sei auch eine Sache des Respekts.

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