Felix Sturm wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. FOTO: DPA
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Felix Sturm wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. FOTO: DPA

K. o. für Felix Sturm

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(sid). Felix Sturm, weißes Hemd, schicker Anzug, gerade zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, schritt regungslos zu seiner schwarzen Limousine. Reden wollte der gefallene Box-Star nach dem Hammer-Urteil nicht, nur sein Anwalt raunte den Reportern vor dem Landgericht Köln knapp etwas entgegen.

"Wir sind jedenfalls nicht glücklich mit der Doping-Entscheidung", sagte Nils Kröber und deutete damit an, dass sein berühmter Mandant vermutlich Berufung einlegen wird. Um 15.42 Uhr brauste Sturm dann in einem Audi A8 mit Chauffeur davon.

Satte 65 Minuten hatte zuvor die Urteilsbegründung von Richter Marc Hoffmann gedauert - und sie hatte es in sich. Mit dem fünfmaligen Box-Weltmeister Sturm wurde am Donnerstag zum ersten Mal seit der Einführung des Anti-Doping-Gesetzes im Dezember 2015 ein deutscher Spitzensportler auch wegen Dopings zu einer Haftstrafe verurteilt. Hinzu kamen bei dem 41-Jährigen Steuerhinterziehung in Höhe von knapp über einer Million Euro sowie Körperverletzung - macht im Ergebnis drei Jahre Gefängnis. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Richterspruch ist nicht nur für Sturm ein krachender K. o., sondern auch ein herber Schlag für das Profi-Boxen. Denn Hoffmann attestierte dem Faustkampf "große Schwierigkeiten mit dem Thema Doping". Konkret ging es bei Sturm um eine positive Probe auf die anabole Substanz Hydroxy-Stanozolol nach seinem Sieg im WM-Kampf gegen den Russen Fjodor Tschudinow in Oberhausen im Februar 2016. Es war der bislang letzte Kampf des gebürtigen Bosniers, und er habe in der Vorbereitung laut Hoffmann "bewusst" und "planmäßig" eine Stanozolol-Kur gemacht.

Dadurch habe Sturm im Kampf gegen Tschudinow auf "eine erhöhte Schlag- und Schnellkraft" gehofft, sagte der Richter. Sturm machte sich so auch des Vorwurfs der Körperverletzung schuldig.

"Beim Boxen gibt es zwar immer Körperverletzung", sagte der Richter. Doch durch die Anwendung des Dopingmittels sei die Abmachung, die Sturm mit Tschudinow getroffen hatte, ignoriert worden. "Also haben wir keine Einwilligung von Tschudinow mehr, es liegt eine Körperverletzung vor", so das Gericht.

Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA), die den Fall 2017 zur Anzeige gebracht hatte, kritisierte, dass der Fall Sturm vom internationalen Boxsportverband nicht nach den Vorgaben des Welt-Anti-Doping-Codes behandelt wurde. Zudem führt der Verband WBA Sturm immer noch als Sieger des Kampfes. Umso mehr begrüßte die NADA das harte Urteil gegen Sturm: "Es ist ein wichtiger Meilenstein für das Anti-Doping-Gesetz und kann richtungweisend auch für zukünftige Strafverfahren sein."

Sturms Manager, der immer noch auf einen Kampf gegen Arthur Abraham hofft, reagierte geschockt. "Mir fehlen die Worte. Vor allem, dass Felix wegen Dopings verurteilt wurde, kann ich nicht verstehen", sagte Roland Bebak dem "Kölner Express": "Es war schon mal eingestellt worden, und mehrere Doping-Experten hatten das entsprechend begründet."

Sturm, der seine Strafe womöglich im offenen Vollzug antreten kann, war in der Frage der Steuerhinterziehung teilgeständig. Richter Hoffmann sprach davon, dass ihn seine Berater "richtig mit reingerissen" hätten. Sturm habe "allerdings auch mitgemacht. Er hat es nicht nur einfach laufen lassen - sondern auch aktiv mitgewirkt. Ohne ihn konnte man die ganze Manipulation nicht durchziehen. Ohne ihn kein Schwarzgeldkonto."

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