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Auf mehr Stabilität in der Abwehr setzt der BVB um Thomas Meunier zum Auftakt der Champions League.

Favorit und krasser Außenseiter

Borussia Dortmund und RB Leipzig fliegen in gegensätzlichen Rollen zu ihren kniffligen Auftaktspielen in der Champions League: Der BVB muss im Hexenkessel bei Besiktas Istanbul ran, die Sachsen bei der Welt-Auswahl von Manchester City.

Bankräuber« Erling Haaland und Borussia Dortmund wollen ihre Gegner als Favorit knacken, das kriselnde RB Leipzig lacht seinen monströsen Champions-League-Aufgaben als Außenseiter ins Gesicht. »Vielleicht sind wir nicht bereit für eine solch große Herausforderung«, sagte RB-Trainer Jesse Marsch vor dem Auftaktspiel bei der Welt-Auswahl von Manchester City: »Aber egal!«

Es hilft ja auch nichts. In der Gruppe mit ManCity und Paris St. Germain, also Neymar, Lionel Messi und Kylian Mbappe, ist jeder Punkt abseits der beiden Duelle mit dem FC Brügge eine Sensation. Am heutigen Mittwoch (21 Uhr/DAZN) will sich der Bundesligist zumindest teuer verkaufen.

Ja, verlieren darf man bei Teammanager Pep Guardiola und seinen Stars. Eine Klatsche wäre angesichts des Liga-Fehlstarts aber denkbar schlecht fürs ohnehin angeknackste Selbstvertrauen. »Das schwerste Spiel ist das jetzt in Manchester«, stellte Marsch im »kicker« klar: »City ist im Vergleich zu PSG das vielleicht homogenere Team, und ich hatte gehofft, dass wir später gegen sie spielen, weil wir noch mitten in unserem Prozess sind.«

Der BVB darf sich in seinem Prozess weiter fortgeschritten fühlen. Für Haaland gilt das allemal: Der Schrecken der Strafräume will diesmal ein Panzerknacker sein. Mit der ikonischen Salvador-Dali-Maske aus dem Netflix-Welthit »Das Haus des Geldes« posierte der Norweger vor dem Abflug zum ersten Spiel bei Besiktas Istanbul, und er hielt im Training einen angeregten Schwatz mit dem Schauspieler Luka Peros. Im türkischen Hexenkessel sind am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) drei wertvolle Punkte zu stehlen.

BVB braucht mehr Ordnung

Dabei soll es allerdings deutlich planvoller zugehen als beim vogelwilden 4:3 bei Bayer Leverkusen am vergangenen Wochenende. »Wir müssen wieder unsere Leistung auf den Platz bringen - und zwar aus einer guten Ordnung heraus«, forderte Sportdirektor Michael Zorc. Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl erwartet »erneut ein sehr emotionales Spiel. Die türkischen Fans werden dafür schon sorgen. Aber wir haben die Mittel, gegen Besiktas zu bestehen«.

Bei der Auslosung sind den Dortmundern die ganz Großen erspart geblieben. Gegen den türkischen Doublegewinner Besiktas, den portugiesischen Meister Sporting Lissabon und Ajax Amsterdam wird der BVB sechsmal favorisiert sein. »Wir können uns nicht beklagen, das ist sehr ausgewogen«, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. »Wir haben eine ordentliche Chance, ins Achtelfinale einzuziehen.«

Für RB wird es eher um den dritten Platz gehen, ManCity und PSG erscheinen angesichts der schwachen Leipziger Form unangreifbar. War RB zuletzt gegen den FC Bayern (1:4) in Sachen Einsatz und Intensität gegen den Ball wenig vorzuwerfen, krankte die Offensive. Dabei geht es um die Entscheidungsfindung im letzten Drittel, den berühmten tödlichen Pass. Kevin Kampl vermisste das »Durchsetzungsvermögen, unbedingt dieses Tor schießen zu wollen«, Marsch wünscht sich »mehr Klarheit«.

In Manchester wird es diese brauchen, ist Guardiolas Team mit seinem Positionsspiel doch ein Beispiel für das Filetieren von Abwehrreihen. Oder anders: City, das sich in der abgelaufenen Premier- League-Saison überlegen zum Meister gekrönt hatte, fand seine Identität vor Jahren. Leipzig ist gerade erst dabei, sie wiederzuentdecken.

Der BVB wird sich von seiner gepflegten attraktiven Spielweise nicht verabschieden, trotz aller Achterbahnfahrten. »Wir können uns natürlich auch alle hinten reinstellen und mauern, dann gibt’s auch kein Spektakel«, sagte Zorc: »Aber ich habe es lieber so.«

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