Ob der Bundesliga-Ball auch zu Beginn der kommenden Saison vor leeren Rängen durch die Stadien fliegen soll, wird derzeit kontrovers diskutiert. FOTO: DPA
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Ob der Bundesliga-Ball auch zu Beginn der kommenden Saison vor leeren Rängen durch die Stadien fliegen soll, wird derzeit kontrovers diskutiert. FOTO: DPA

Fans in Stadien "falsches Signal"

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(sid/dpa). Die Abfuhr der Politik lässt die Hoffnung auf eine baldige Fan-Rückkehr in die Arenen erst einmal auf ein Minimum sinken. "Tausende Zuschauer in den Stadien - das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen", teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit.

Die Gesundheitsminister der Länder haben sich geschlossen gegen eine Rückkehr von Fußball-Fans in die Bundesliga-Stadien zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgesprochen. Sie seien "zu einer einhelligen Position gekommen, dass wir ausgehend von der jetzigen pandemischen Lage es nicht befürworten, die Stadien zu öffnen", sagte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag als Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz. Dies gelte bis zum 31. Oktober.

Aufgrund der pandemischen Lage, wäre eine Rückkehr der Fans "eine falsche Signalwirkung". Momentan seien "eher Zurückhaltung und Vorsicht angesagt", meinte die SPD-Politikerin. "Es hätte auch eine verheerende Signalwirkung an die Öffentlichkeit", sagte CSU-Chef Markus Söder bereits vor der Sitzung.

Einen weiteren Schuss vor den Bug setzte es vom Ärzteverband "Marburger Bund", der eindringlich vor einer Fan-Rückkehr in die Stadien warnte. "Wenn wir Pech haben, sitzt ein Superspreader unter den Fans, und das Virus breitet sich wie ein Lauffeuer aus", sagte die Vorsitzende Susanne Johna der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Sie könne sich nicht vorstellen, dass Fans auf ihren Sitzen hocken blieben, wenn ihr Team ein Tor schieße. "Da liegt man sich in den Armen und denkt nicht an Corona. Alles andere wäre geradezu unmenschlich."

Die 36 Klubs der Bundesliga und der 2. Liga hatten sich am vergangenen Dienstag auf ein Konzept geeinigt. Der Plan sieht keine Stehplätze und keinen Alkohol bis Ende Oktober, Verzicht auf Gästefans bis Jahresende sowie personalisierte Tickets vor.

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