Berlins Jordan Torunarigha und Schalkes Trainer David Wagner gerieten am Dienstag im DFB-Pokal einander. FOTO: DPA
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Berlins Jordan Torunarigha und Schalkes Trainer David Wagner gerieten am Dienstag im DFB-Pokal einander. FOTO: DPA

Fall Torunarigha: Polizei ermittelt

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(dpa). Knapp zwei Tage nach dem Rassismus-Eklat hat sich Hertha-Profi Jordan Torunarigha mit deutlichen Worten gegen Diskriminierung zu Wort gemeldet. Er könne Äußerungen "von einigen Idioten" nicht verstehen, schrieb der frühere Junioren-Nationalspieler auf Instagram. "Man kann sich seine Hautfarbe bei der Geburt nicht aussuchen und sie sollte auch völlig egal sein. Genauso selbstverständlich wie unterschiedliche Hautfarbe, Religion oder Herkunft unter uns Sportlern ist, sollte es auch in der Gesellschaft sein!"

Die Aufarbeitung des Vorwurfs der rassistischen Entgleisungen durch Zuschauer beim DFB-Pokal-Achtelfinale des FC Schalke 04 gegen Hertha BSC ist derweil in vollem Gange. Die Gelsenkirchener kündigten an, Kamera- und Tonaufnahmen zu sichten. "In einer Stellungnahme an den DFB-Kontrollausschuss hat Hertha BSC mitgeteilt, dass sich der Vorfall in der 84. Minute vor der Schalker Südkurve rund um Block S5 ereignet hat", teilte der Verein mit.

Der Club bat "alle Besucher, die das Spiel aus der Südkurve verfolgt und rassistische Aussagen und Laute vernommen haben, sich zu melden". Zugleich entschuldigte sich Schalke nochmals "aufrichtig und in aller Form bei Jordan Torunarigha und Hertha BSC".

Die Polizei Gelsenkirchen ermittelt ebenfalls. "Wir haben von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet", sagte ein Sprecher der Polizei Gelsenkirchen, nachdem Schalke-Fans unter anderem Affenlaute in Richtung Torunarighas gerufen haben sollen. Es gehe um den Anfangsverdacht der Beleidigung. Eine Anzeige des Berliner Spielers liege nicht vor.

Es ist nicht das erste Mal, dass Torunarigha Erfahrungen mit Rassismus macht. "Ich bin in Chemnitz geboren, habe das alles schon durchlebt", schrieb er weiter. "Meine Eltern wurden beleidigt. Deshalb wühlt mich so eine Situation so auf und deshalb habe ich so emotional reagiert."

Unterdessen schloss sich Schalke-Boss Tönnies dem Vereinsstatement an. "Wir werden alles daransetzen, die Angelegenheit aufzuklären", sagte der 63-Jährige der "Bild".

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