Frankfurts David Abraham (19) köpft zum zwischenzeitlichen 2:0 gegen Schalke ein. Gästeakteur Nassim Boujellab (16) kommt zu spät. Die Eintracht hofft noch auf einen Europapokal-Platz. FOTO: AFP
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Frankfurts David Abraham (19) köpft zum zwischenzeitlichen 2:0 gegen Schalke ein. Gästeakteur Nassim Boujellab (16) kommt zu spät. Die Eintracht hofft noch auf einen Europapokal-Platz. FOTO: AFP

Euro-Traum lebt noch immer

  • vonred Redaktion
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Kurzzeitig herrschten am Main Abstiegssorgen, doch nun hat die Frankfurter Eintracht noch mal eine Mini-Chance auf eine Rückkehr nach Europa. Die Spieler wollen mit zwei weiteren Siegen alles dafür tun.

Ganz zum Schluss hielt es den Schalker Alexander Nübel nicht mehr in seinem Kasten. Mit langen Schritten eilte der Schlussmann mit nach vorne, die Gelsenkirchener hatten noch einen letzten Eckball erkämpft, 2:1 führte die Eintracht verdient, doch sie wankte etwas, und der Ex-Eintrachtler Bastian Oczipka brachte die Kugel hinein. Die Flanke wurde lang und länger, in der Mitte ging Nübel hoch, doch an den Ball kam der Keeper nicht. Nix war’s.

Nach vier Minuten Nachspielzeit war Feierabend, und Eintracht Frankfurt fuhr zwar einen knappen, aber gerechtfertigten 2:1 (1:0)-Erfolg ein, der eigentlich deutlich höher hätte ausfallen müssen.

So bleibt die Eintracht noch im Rennen um Platz sieben, wahrte ihre Mini-Chance auf den Europapokal. "Viel spricht nicht dafür", räumte Mittelfeldspieler Sebastian Rode ein: "Aber wir geben alles und müssen hoffen."

Die Eintracht war den zu Saisonbeginn so hoch fliegenden und mittlerweile abgestürzten Gelsenkirchenern turmhoch überlegen und nahm von Beginn an das Zepter in die Hand. Die Platzherren, seit fünf Pflichtspielen in der heimischen Arena sieglos, schnürten die Königsblauen in deren Hälfte ein.

Gästetrainer David Wagner schickte ein blutjunges Ensemble ins Rennen, nur zwei Akteure (Alessandro Schöpf, 26, und Oczipka, 31) waren älter als 23. Die Frankfurter spielten sehr seriös und konzentriert. Hinten lief Kapitän David Abraham die Bälle ab, Makoto Hasebe baute das Spiel auf, links marschierte der stark verbesserte Filip Kostic die Linie auf und ab, im Mittelfeld zog Kreativkopf Daichi Kamada die Fäden, und vorne machte André Silva das, was er zuletzt immer machte: Er schoss den Ball ins Tor. Und zwar in der 28. Minute. Da veredelte er einen Bilderbuchkonter mit dem 1:0. Tief in der eigenen Hälfte hatte Kostic seinem Widerpart Jonjoe Kenny den Ball abgenommen, er passte auf Kamada, der perfekt weiterleitete auf Silva. Der Torjäger bewahrte die Ruhe und vollendete. Schon vorher hätte die Eintracht in Front liegen müssen, doch gerade Kamada ließ einige Möglichkeiten liegen (17., 18., 21.), auch Danny da Costa vergab aussichtsreich (16.). Kamada sah noch vor der Pause wegen Ballwegschlagens die fünfte Gelbe Karte und fehlt am Samstag in Köln.

Die Hessen machten auch im zweiten Abschnitt da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten, mit Einbahnstraßenfußball. Schon nach fünf Minuten im zweiten Durchgang zappelte die Kugel zum zweiten Mal im Kasten von Nübel, einen Freistoß von Kostic wuchtete Spielführer Abraham per Kopf ins Netz.

Und dann passierte das, was zwar oft passiert, sich dieses Mal aber nicht mal im Ansatz angedeutet hatte. Schalke 04, bis dahin die Ausgeburt der Harmlosigkeit, erzielte urplötzlich einen Treffer. Nach einem Foul von Stefan Ilsanker an der Seitenauslinie brachte Schöpf den Freistoß in die Mitte, den McKennie ins Tor wuchtete (59.). "Das hat uns zurückgeworfen", befand Rode. "Danach hätten wir abgebrühter sein müssen." Waren sie aber nicht. Kamada (68.) und Silva (79.) hatten zwar noch hundertprozentige Chancen, doch auf einmal wackelte Frankfurt, obwohl man nach der Roten Karte gegen Can Bozdogan sogar eine Viertelstunde in Überzahl spielten.

Einmal hätte es klingeln müssen in der Kiste von Kevin Trapp, aber Abraham wehrte den Schuss von Michael Gregoritsch auf der Linie per Kopf ab (75.).

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