Tuta wird für den abgeflogenen David Abraham in Freiburg verteidigen.	FOTO: IMAGO
+
Tuta wird für den abgeflogenen David Abraham in Freiburg verteidigen. FOTO: IMAGO

Die Euphorie ist groß

  • vonRedaktion
    schließen

Eintracht Frankfurt will heute Abend in Freiburg befreit aufspielen und die imposante Serie ausbauen. Trainer Adi Hütter bangt allerdings um ein Abwehr-Ass. Lässt er seine Traum- besetzung im Sturm ran?

Überwältigender Abschied des langjährigen Kapitäns David Abraham inklusive witzigem Trikottausch mit Schiri Manuel Gräfe, zwei spektakuläre Knallertore samt hollywoodmäßiger Rückkehr von Luka Jovic, vier Siege aus den letzten vier Spielen: Eintracht Frankfurt spielt mit den Emotionen und ist so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bundesliga. »Die Stimmung ist sehr, sehr gut«, bekundet Trainer Adi Hütter. »Wir haben uns diese Euphorie erarbeitet.« Diese Begeisterung will er vor dem Auswärtsspiel am heutigen Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) im Schwarzwald beim SC Freiburg nicht eindämmen, das Team soll weiter auf der Welle reiten. »Ich möchte es laufen lassen.«

Hütter ist mit der fußballerischen Entwicklung seines Teams mehr als einverstanden, und irgendwie scheint es ihn ein klitzekleines bisschen gestört zu haben, dass die Eintracht mehr auf die läuferische und kämpferische Komponente reduziert worden war. »Wir sind auch fußballerisch eine Nummer. Wir drücken den Spielen unseren Stempel auf.« Das hat, wie der Fußballlehrer einräumt, mit der Systemumstellung zu tun. Seit die Eintracht mit zwei spielstarken Sechsern, zwei Zehnern und einer Spitze agiert, ist sie fußballerisch deutlich feiner und sicherer geworden, ohne aber an Widerstandsfähigkeit verloren zu haben.

Dennoch könnte der Trainer »beim heißen Tanz im Breisgau« seine Taktik modifizieren, weil er nun zwei Angreifer auf höchstem Niveau in seinen Reihen weiß. André Silva und Luka Jovic bildeten ein »Top-Duo in der Bundesliga«, doch lässt er beide gemeinsam auch los? Der Österreicher ziert sich, diese Frage zu beantworten, zum einen, weil er Fragen zur Aufstellung nie beantwortet, und zum anderen, weil er dem geschätzten Kollegen Christian Streich ja keinen Informationsvorsprung gewähren will.

Mit beiden Stürmern hat Hütter ausführlich gesprochen, auch mit Silva, der den Konkurrenzkampf mit Jovic nicht fürchte, sondern sich über die zusätzliche Stärkung des Angriffs freue. »Es ist ihm wichtig, dass wir noch mehr Qualität in die Mannschaft bekommen haben.« Da geht es dem Torjäger nicht anders als seinem Trainer, der den serbischen Nationalspieler Jovic als »absoluten Weltklassespieler von hohem Format« preist.

Ob das Zinédine Zidane in Madrid genauso sieht? Der Real-Trainer sah sich nun bemüßigt, seine Einschätzung zum Abgang abzugeben, weil er ob dessen jüngsten Doppelpacks binnen 20 Minuten ein wenig in Erklärungsnot geraten ist. Die spanische Presse ist nicht zimperlich, schließlich hat Jovic unter Zidane in eineinhalb Jahren nur zwei Tore erzielt. »Die Schuld liegt nicht beim Trainer. Sie liegt beim Spieler, er muss zeigen, zu was er fähig ist«, rechtfertigt sich Zidane. »Es ist etwas anderes, bei Real Madrid zu spielen. Das ist eine riesige Herausforderung, das kann man nicht vergleichen.« Er freue sich aber für seinen nach Frankfurt entliehenen Schützling, und er glaubt weiterhin an eine Zukunft des 23-Jährigen in Madrid: »Ich hoffe, dass er eines Tages auch bei uns so spielt wie in Frankfurt.« Das freilich ist Zukunftsmusik, die Gegenwart heißt für Jovic und die Eintracht SC Freiburg.

Rode fällt aus

Sebastian Rode wird die Reise in den Breisgau nicht antreten, der 30-Jährige hat noch leichte Knieprobleme, die aber nicht dramatisch sein sollen. Unklar ist überdies, ob Abwehrchef Martin Hinteregger auflaufen kann. Der 28-Jährige lässt seinen Pferdekuss zwar intensiv behandeln, doch »es wird ein Wettlauf mit der Zeit«. Klar ist, dass für den abgeflogenen David Abraham Kronprinz Tuta verteidigen wird. Wer Abrahams Kapitänsbinde auf Sicht übernehmen wird, ließ Hütter offen. Er nannte einen Kreis der erfahrenen Spieler um Makoto Hasebe, Kevin Trapp, Rode und Hinteregger. »Ich lasse aber vorerst offen, wer in Zukunft Kapitän sein wird, ich werde mir das in Ruhe anschauen.«

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare