Sabine Töpperwien
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Sabine Töpperwien

»Es war etwas Ungeheuerliches«

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(dpa). Auch an ihrem ersten Tag als Rentnerin wird Sabine Töpperwien dort sein, wo sie sich mit am wohlsten fühlt: am Mikrofon. Die langjährige Leiterin der Sportredaktion im WDR-Hörfunk wird am Montag um 12 Uhr im Podcast ihres dann ehemaligen Kollegen Stephan Kaußen über ihre mehr als drei Jahrzehnte als Frau in den Männer-Welten Sportjournalismus und Fußball plaudern.

Dass das verkündete Ende ihrer Laufbahn ein großes Echo ausgelöst hat, kam für die 60-Jährige unerwartet. »Ich bin gerührt. Ich bin stolz. Ich bin überrascht, weil ich mit so einer riesigen und unglaublichen Resonanz nicht gerechnet habe«, sagte Töpperwien, die sich aus gesundheitlichen Gründen verabschiedet. Vielen TV- und Radio-Kolleginnen gilt sie als Vorbild. »Ich fand Sabine Töpperwien immer toll«, schrieb ZDF-Journalistin Katrin Müller-Hohenstein in der Wochenzeitung »Die Zeit«. Töpperwien sei eine »Pionierin, die vielen anderen Frauen nach ihr die Tür ein Stück aufgestoßen hat. Etwa mir.« WDR-Intendant Tom Buhrow nannte Töpperwien gar eine »Legende des Sportjournalismus«.

»Das ist ein fantastischer Schlusspunkt für meine Laufbahn«, sagte Töpperwien über die Würdigungen, »weil ich sehr viele Steine in den Weg bekommen habe.« Früh in ihrer Laufbahn wurde ihr die Sonderrolle als Frau im Sportjournalismus mit der Passion Fußball bewusst. »Es war so etwas Ungeheuerliches, dass man sich als Frau in Deutschland für die liebste Sportart, bei der die Männer am liebsten alles selber machen wollten, interessierte«, sagte sie. »Von da an hat mich das ein Leben lang begleitet.« Ohne den Beistand und den »unglaublich wertvollen Tipps« ihres Bruders, des ZDF-Sportreporters Rolf Töpperwien, hätte sie es »nicht gepackt«.

Grundsätzlich freue sie sich, dass es heute mehr Sportjournalistinnen gibt. »Aber ich stelle auch fest, dass es im Sportjournalismus und im Fußball-Journalismus im Speziellen noch immer nicht gleichberechtigt zugeht«, sagte Töpperwien, die über 700 Fußball-Spiele kommentierte. Im Hörfunk und im Fernsehen komme man nicht einmal »auf zwei Hände voll an Reporterinnen«. Auch beim Publikum sieht sie Vorbehalte. »Ich glaube, das liegt auch daran, weil es diese einzelnen Frauen sind. Damit ragen sie schon heraus, allein schon wegen der Stimme.« Das sei noch immer etwas Ungewohntes. Töpperwien: »Und dann kommen noch die Chauvinisten dazu, die anderen die Fachkompetenz absprechen.« FOTO: DPA

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