»Es geht doch«

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(sid). Markus Eisenbichler riskierte alles, setzte sich im Auslauf bei voller Fahrt gar auf den Hosenboden und brüllte schließlich in höchster Erleichterung: »Es geht doch, jawoll!« In einem packenden und leidenschaftlichen Wettkampf zum Abschluss des Heimweltcups in Klingenthal verpasste der Skisprung-Weltmeister zwar knapp seinen dritten Saisonsieg, war mit Platz drei aber überglücklich.

»Ich bin einfach happy und kann zufrieden heimfahren«, sagte der 29-Jährige, der umgerechnet nur anderthalb Meter hinter seinem norwegischen Dauerrivalen und nun zehnmaligen Saisonsieger Halvor Egner Granerud lag, der schon den ersten Wettkampf am Samstag gewonnen hatte.

Viel wichtiger war die Erkenntnis: Zwei Wochen vor der WM in Oberstdorf ist »Eisei« voll da. Auch wenn er, wie er zugab, in Klingenthal mit den Gedanken »woanders«, nämlich »zuhause«, war. Was ihn dort erwarte? »Ein halbes Bier«, sagte er grinsend. Auch wenn er mit der Wahrheit nicht rausrücken wollte - um Unangenehmes dürfte es sich nicht handeln.

Höchstes Niveau

In einem Geisterspringen auf höchstem Niveau hatte Eisenbichler nach 138,0 m im ersten Durchgang knapp geführt, musste dann trotz eines starken Sprungs auf 141,5 m mit 285,7 Punkten Granerud (288,5) und den Slowenen Bor Pavlovcic (287,8) vorbeiziehen lassen. Graneruds Trainer Alexander Stöckl hatte seinem Star im zweiten Durchgang den Anlauf verkürzt, damit reichten 140,5 m zum Sieg.

Während Eisenbichler zuversichtlich dem Unternehmen Titelverteidigung in Oberstdorf entgegensehen sehen kann, macht sein Kumpel Karl Geiger Sorgen. »Ich dachte heute, es geht in die richtige Richtung, aber das war wieder nix«, sagte er, nachdem er am Sonntag als 38. wie schon im ersten Wettkampf (32.) das Finale verpasst hatte.

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