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Die Freude steht Gladbachs Trainer Adi Hütter ins Gesicht geschrieben.

»Es freut mich auch für mich«

(sid). Ganz am Schluss dachte Adi Hütter endlich einmal auch an sich. Der neue Trainer von Borussia Mönchengladbach hatte »Sohn« Denis Zakaria gelobt, seinen Kapitän Lars Stindl und natürlich auch die Fans. »Aber es freut mich auch für mich«, sagt der Österreicher nach dem 3:1 (1:1) gegen Arminia Bielefeld mit eine Augenzwinkern: »Denn heute habe ich Gott sei Dank den ersten Sieg im Borussia-Park einfahren dürfen.

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Bislang schien sein neuer Arbeitsplatz für Hütter beinahe verflucht - und zwar seit Jahren. 2016 hat er dort mit den Young Boys Bern in den Champions-League-Playoffs eine 1:6-Klatsche kassiert, später dann mit Eintracht Frankfurt dreimal klar verloren (1:3, 2:4, 0:4). Und auch sein erster Einsatz als Fohlen-Coach endete beim 1:1 gegen Bayern München zwar achtbar, aber eben sieglos. Zumindest dieses Kapitel ist nun beendet.

Viel wichtiger war aber, dass die Borussia im vierten Versuch mit Hütter endlich den ersten Dreier verbuchte. »Dem Druck immer wieder standzuhalten, ist nicht so einfach«, sagte er und meinte auch seine junge Mannschaft, in der die 18-jährigen Luca Netz und Joe Scally auf den Flügeln begannen. Aber so sei das eben »bei einem Traditionsverein«, so Hütter: »Wenn man eine hohe Erwartungshaltung hat, ist der Druck schneller da.«

Verlassen konnte sich Hütter einmal mehr auf den zweifachen Torschützen Stindl (»Lars ist da, wenn man ihn braucht«), aber endlich auch wieder auf Denis Zakaria, der zuletzt noch einen Wechsel angestrebt hatte.

»Denis ist gefühlt ein bisschen wie mein Sohn. Als ich bei Young Boys war, war er 18 Jahre alt und hat eigentlich fast jedes Spiel gespielt«, sagte Hütter. Der Treffer der Schweizers zum Endstand sei »atemberaubend« gewesen.

Vier Punkte hat die Borussia nun, das ist noch immer Gladbachs schlechtester Saisonstart seit sechs Jahren. Und weil auch gegen Bielefeld das Spiel durchaus in die andere Richtung hätte kippen können, blieb auch Hütter aller Erleichterung zum Trotz lieber auf dem Teppich und sprach von einem »Befreiungsschlag« und einem »Arbeitssieg« zur richtigen Zeit.

Es sei »noch Sand im Getriebe« gewesen, doch der Weg stimme. Dieser Weg führt die Borussia am kommenden Wochenende zum FC Augsburg. Dort hat Hütter als Eintracht-Trainer immerhin zwei Auswärtssiege geholt - mehr als die Borussia in ihrer gesamten Erstliga-Geschichte.

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