Rouwen Hennings hat in dieser Bundesliga-Saison bereits 15 Treffer für Fortuna Düsseldorf erzielt (r. Augsburgs Philipp Max). FOTO: DPA
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Rouwen Hennings hat in dieser Bundesliga-Saison bereits 15 Treffer für Fortuna Düsseldorf erzielt (r. Augsburgs Philipp Max). FOTO: DPA

Erzfeind muss notfalls helfen

  • vonred Redaktion
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Obwohl es einen schönen Radweg gibt, der auf beiden Seiten des Rheins die Städte Düsseldorf und Köln verbindet, sind die Unterschiede schon für Touristen spürbar. Köln ist irgendwie hipper. Düsseldorf hingegen schicker. Lebensfroh sind die Bewohner in beiden Metropolen, die aber mehr als die Glaubensfrage trennt, ob nun ein Alt oder Kölsch besser schmeckt. Die Düsseldorfer behaupten dann, selbst Rheinwasser haben mehr Würze als das schlaffe Bier, das die Stadt im Namen trägt.

Das alles spielt im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga eine Rolle, weil Fortuna Düsseldorf unter gewissen Umständen auf Schützenhilfe des in Bremen spielenden 1. FC Köln angewiesen ist. Sollte die Fortuna bei Union Berlin gewinnen, ist die Relegation sicher. Wenn nicht, dann müssen die Kölner helfen. Sie dürfen nicht mit vier Toren Differenz bei Werder verlieren, dann wäre selbst ein Remis an der Alten Försterei zu wenig.

Klar, dass nun der Spruch des Kölner Keepers Timo Horn herausgekramt wird, der im Winter bei RTL Nitro auf die Frage, wen er als Absteiger sehe, geantwortet hatte: "Mich würde es freuen, wenn es Düsseldorf wird." In den Sozialen Medien sah sich der 27-Jährige wüsten Beschimpfungen von Fortuna-Fans ausgesetzt. "Das ist kein großes Thema. Das ist seine persönliche Meinung. Damit beschäftigen wir uns nicht", sagte nun Fortuna-Routinier Adam Bodzek in einer Videokonferenz. "Wir müssen uns auf uns fokussieren. Wir müssen im Tunnel sein, weil wir es einfach selbst regeln können." Dieselbe Marschroute hat auch Trainer Uwe Rösler vorgegeben. Ein unerschütterlicher, positiver Typ, der dem Team Leidenschaft und Entschlossenheit vermittelte.

Hennings ist die Lebensversicherung

So etwas wie die Lebensversicherung stellt Rouwen Hennings dar, der 15 Treffer erzielt hat. Es ist eigentlich immer dieselbe Masche: Ball vorgelegt, Körper gespannt, mit links Vollspann abgezogen. Der ehemalige Trainer Friedhelm Funkel hat mal gesagt, er mache sich draußen dann schon bereit zum Torjubel. Wie zuletzt gegen den FC Augsburg (1:1), als eigentlich wenig zusammenlief, schlägt der Ball dann mit mehr als 100 Stundenkilometern im langen Eck ein. Auch dank Hennings, 32, Zweitliga-Torschützenkönig für den Karlsruher SC 2014/2015, werden die wenigen Möglichkeiten besser genutzt als anderswo.

Ein Abstieg würde die Düsseldorfer zwar treffen, aber die Einschnitte wären nicht so drastisch wie in Bremen. Die Fernsehgelder würden von 38 Millionen Euro in der 1. auf 21 Millionen in der 2. Liga sinken. Das Besondere bei der Fortuna ist, dass allein 17 Verträge eigentlich am 30. Juni auslaufen. So viele wie bei keinem anderen Erstligisten. Viele Spieler haben nur auf Leihbasis angeheuert, so auch Erik Thommy, der anders als beim FC Augsburg oder VfB Stuttgart richtig ins Rollen gekommen ist. Dass der Wirbelwind auch in einer möglichen Relegation aufläuft, ist inzwischen geklärt. "Diese Formalien", bestätigt Sportvorstand Uwe Klein, "sind besprochen und geregelt."

Klar wäre aber auch: Bei einem Abstieg sind viele Leistungsträger kaum zu halten. Da kann die Stadt Düsseldorf noch so viel Alt anbieten. FRANK HELLMANN

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