DFB-Gegner Nordirland

Erster Prüfstein für die verjüngte Army

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(sid). Die Bilanz wirkt souverän. Vier Spiele, vier Siege, klare Tabellenführung. Nach der Fußball-Party in Frankreich vor drei Jahren scheint Nordirland auf dem besten Weg, auch die EM-Endrunde 2020 zu erreichen. Ein weiteres Fest für die Green And White Army und ihre frenetischen Fans? Vor dem Duell mit der deutschen Mannschaft am Montagabend (20.45 Uhr/RTL) trügt der Schein.

Denn bislang ging die Mannschaft von Teammanager Michael O’Neill den härtesten Brocken in der Gruppe C aus dem Weg. Der Spielplan bescherte den Nordiren zunächst die Pflichtaufgaben Estland (2:0/2:1) und Weißrussland (2:1/1:0), die nicht immer souverän gemeistert wurden. In den verbleibenden jeweils zwei Qualispielen gegen Deutschland und die Niederlande wird sich erst zeigen, wie gut das Team wirklich ist.

Klar ist: Nordirland setzte zuletzt auf eine Verjüngungskur. Zahlreiche erfahrene Spieler wie Gareth McAuley oder Aaron Hughes sind nicht mehr dabei. Am vergangenen Donnerstag experimentierte O’Neill in einem Länderspiel gegen Luxemburg mit mehreren Debütanten, Nordirland gewann 1:0. Gegen Deutschland werden einige erfahrene Spieler zurückkehren, der Weg aber ist klar. "Wir haben nicht mehr dieselbe internationale Erfahrung. Es braucht Zeit. Aber wir haben mehr Energie in den Beinen als je zuvor während meiner Amtszeit. Die jungen Spieler haben uns das ermöglicht", sagte O’Neill, der seit 2011 die Geschicke leitet. Und der 40-Jährige merkt an: "Ich sage nicht, dass wir stärker sind, aber wir haben das Potenzial, stärker zu sein."

Den Umbruch haben die Nordiren mit den Deutschen gemeinsam. "Von den großen Namen, die die WM gewonnen haben, sind nicht mehr viele dabei", sagte O’Neill, wies im gleichen Atemzug aber auf die vorhandene Qualität hin. "Deutschland kann seine Mannschaft in drei Monaten auf links drehen und bringt immer noch einen sehr starken Kader hervor durch die Ressourcen, die sie haben", sagte er.

Im stimmungsvollen Windsor Park von Belfast wollen die Nordiren dennoch dagegenhalten. Die Bilanz gegen Deutschland ist dabei kein Mutmacher. Insgesamt trafen die beiden Teams bislang 17-mal aufeinander, Nordirland konnte nur zweimal gewinnen. Diese beiden Siege hätten aber beinahe für ein Beben gesorgt. In der Qualifikation zur EM 1984 gewann die Army beide Spiele, nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz musste Nordirland dem damals amtierenden Europameister das Ticket für die Endrunde überlassen.

In der jüngeren Vergangenheit ist die deutsche Bilanz hingegen makellos. Zuletzt entschied das Team von Joachim Löw beide Spiele in der Qualifikation zur WM in Russland für sich, bei der EM 2016 gewannen die Deutschen ebenfalls, wenn auch knapp mit 1:0.

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