Erster Erfolg für Frauenpower-Bewegung

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(sid). Ihre ersten Erfolge haben die Aktivistinnen schneller als gedacht gefeiert. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist zur Zusammenarbeit mit der Frauenpower-Initiative um Präsidentschaftsanwärterin Katja Kraus bereit - und aus der Männer-Bundesliga gibt es schon Fürsprecher wie Julian Nagelsmann. »Wir laden die Gruppe gerne ein, mit uns in den Dialog zu treten und uns gemeinsam für Vielfalt im Fußball starkzumachen«, teilte der DFB mit.

Es hat ganz den Anschein, als sei das Netzwerk der neun prominenten Frauen genau zum richtigen Zeitpunkt mit seinen Forderungen auf den Plan getreten. Das Machtvakuum im Verband nach dem Rücktritt von Fritz Keller könnte dafür sorgen, dass der Kampf für mehr Geschlechtergerechtigkeit und eine Frauenquote von 30 Prozent in Führungspositionen tatsächlich gewonnen werden kann - garniert mit der ersten weiblichen Präsidentin in der 121-jährigen DFB-Geschichte.

Schließlich hat die frühere Nationaltorhüterin und Funktionärin Kraus noch einmal ihre Bereitschaft signalisiert, das vakante Amt beim Verband zu übernehmen. »Wenn man Forderungen aufstellt, dann gehört es glaube ich dazu, an einer Stelle auch die Verantwortung zu übernehmen«, sagte die 50-Jährige im Deutschlandfunk - und attestierte dem DFB, dass er »eine ganze Menge Nachholbedarf« habe, was »das Thema Geschlechtergerechtigkeit angeht«.

Der künftige Bayern-Trainer Nagelsmann gab zu Protokoll, dass er »nichts gegen eine Frau an der DFB-Spitze« habe: »Man muss die Qualität für den Job mitbringen - ob Männlein oder Weiblein, ist egal.« Kraus will aber mehr als »nur« Keller-Nachfolgerin werden. Für das frühere Vorstandsmitglied des Hamburger SV stehen vor allem Aufräumarbeiten im Vordergrund. »Keine Kandidatin für das Präsidentenamt wird etwas verändern können, wenn die Strukturen und Governance-Richtlinien so bleiben, wie sie im Moment sind«, äußerte die Geschäftsführerin einer Sportmarketingagentur.

Derzeit sitzt im DFB-Präsidium in Hannelore Ratzeburg nur eine Frau. Die Regional- und Landesverbände werden ausschließlich von Männern geführt. Das würde sich ändern, wenn die zur Initiative gehörende Gaby Papenburg Ende August die Wahl zur Präsidentin des Berliner Fußball-Verbandes gewinnt. Generell würde der DFB mehr weibliche Spitzenkräfte begrüßen. »Wir wollen mehr Frauen auf allen Ebenen, in allen Gremien und in Führungspositionen, damit wir mehr weibliche Perspektiven und Sichtbarkeit erreichen. Es besteht hier deutlicher Nachholbedarf«, gestand der Verband ein.

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