Erste Vorschläge für Seifert-Nachfolger

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(sid). Alphatiere im Zaun halten, Krisen meistern, im Hintergrund die Strippen ziehen und mit Milliarden jonglieren - die Stellenbeschreibung passt ziemlich genau auf jemanden, der in rund einem Jahr frei wäre. Allerdings darf bezweifelt werden, dass Angela Merkel die Nachfolge von Christian Seifert als Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL) antreten möchte. Der Ruf nach einer Frau an der Spitze des Profifußballs wird aber dennoch laut.

Rufe nach einer Frau werden laut

"Und wenn es dann eine Geschäftsführerin ist? Das wäre doch auch mal was für den Fußball", sagte der frühere Ligapräsident Wolfgang Holzhäuser im Deutschlandfunk. Für eine Frau würde auch sprechen, dass die DFL nach Ansicht Holzhäusers eine externe Lösung braucht.

"Gerade in dieser Position glaube ich, dass der Blick von außen eher weiterhilft als der Blick von innen", äußerte der 70-Jährige: "Es ist nun mal so, wenn man eine gewisse Zeit in dieser Materie verhaftet ist, dann verliert man manchmal den Blick für das Wesentliche." Die Einlassungen Holzhäusers erinnern an die Diskussion des vergangenen Jahres bei der Suche nach einem neuen Präsidenten für den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Dass es in Fritz Keller doch wieder ein Mann wurde und sich die Krise des Verbandes bis dato weiter zugespitzt hat, könnte ein weiteres Argument für eine weibliche Besetzung sein. Zudem kam der erfolgreiche Seifert, der sich zur Einarbeitung seines Nachfolgers oder seiner Nachfolgerin bereit erklärt hat, auch als Externer zum Ligaverband.

Sicher scheint, dass die Spekulationen nach den angekündigten Rückzug Seiferts in den kommenden Wochen und Monaten anhalten werden. Schließlich will der 51-Jährige seinen Vertrag bis Juni 2022 in jedem Fall erfüllen. Außerdem möchte sich der DFL-Aufsichtsrat Zeit bei der Besetzung des Chefpostens nehmen. Sollte das Gremium auf ihn zukommen, will auch Seifert bei der Suche seines Nachfolgers behilflich sein.

Ob es dann tatsächlich um eine Frau, eine Fachkraft aus der Wirtschaft, den früheren Sporthilfe-Chef Michael Illgner, Geschäftsführer Alexander Wehrle vom 1. FC Köln, DFL-Direktor Christian Pfennig oder eine Doppelspitze geht, scheint völlig offen. Auch wenn die Formulierung Seiferts hinsichtlich der "Überlegungen zur künftigen Organisation" darauf hindeutet, dass er die Verteilung der Aufgaben auf mehrere Schultern empfiehlt.

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