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Eine Etage höher: Niels Giffey (l.) schließt einen Angriff des deutschen Teams gegen zwei Japaner ab. Insgesamt lässt die Trefferquote aber zu wünschen übrig.

Der erste Dämpfer

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(sid). Auf dem Weg durch die berühmte Tempelanlage Sensoji musste Dennis Schröder immer wieder für Selfies mit japanischen Fans Halt machen. Cool lächelte der NBA-Profi in die Handykameras, am Tag vor der Abreise nach China war für die deutschen Basketballer noch einmal Ablenkung angesagt. Wohl genau das Richtige nach dem ersten Dämpfer in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft. Zumindest Schröder hatte den Rückschlag aber ohne jede emotionale Regung hingenommen, der 25-Jährige wollte das 83:86 (42:35) gegen Japan nicht überbewerten, ganz im Gegenteil. "Im Endeffekt können wir nicht ohne Niederlage in die WM gehen, das hätten wir dann zu leicht genommen", sagte der Teamleader.

In der Saitama-Super-Arena vor den Toren Tokios, Austragungsort des olympischen Turniers 2020, bekamen die Gäste gegen den Gastgeber einen Vorgeschmack auf die WM. Vor 18 355 Zuschauern verlor die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) vor allem wegen einer ganz schwachen Schlussphase - nach zuvor fünf klaren Siegen.

Wie Schröder bemühte sich der Bundestrainer sehr, das Positive mitzunehmen. "Es war eine tolle Atmosphäre hier, volles Haus, so ein Spiel haben wir unbedingt gebraucht, so eng am Ende", sagte Henrik Rödl: "Man will nie verlieren, aber jetzt in der Vorbereitung ist das okay."

Rödl sammelte im vorletzten Test "wieder viele Informationen. Ich glaube, der Ball lief ganz gut, wir haben viele freie Würfe gehabt, die wir aber nicht so gut getroffen haben", sagte der 50-Jährige. Was ihm neben der Wurfquote ganz und gar nicht gefallen konnte, waren die Entscheidungen in der heißen Phase. Es fehlte eine klare Linie, hinzu kamen individuelle Fehler. Schröder übte auch Selbstkritik: "Die Leute von der Bank haben es gut gemacht, die Starting Five hätte einen besseren Job machen können, das fängt mit mir natürlich an."

Am Montag geht der Flieger von Tokio in den Vorrundenspielort Shenzhen. In Jiangmen kommt es dann am Mittwoch (14 Uhr MESZ) zur Generalprobe gegen Australien, das am Samstag in Melbourne Weltmeister USA überraschte (98:94). Und damit droht die Gefahr, die Vorbereitung mit einem schlechten Gefühl abzuschließen. Ein Problem, denn das Auftaktspiel am Sonntag gegen Frankreich ist wegweisend für das gesamte Turnier. Dabei steht der Kader noch nicht. Entgegen der ursprünglichen Planung wird der Bundestrainer das endgültige Aufgebot erst in China bekanntgeben. Ein Spieler muss noch gestrichen werden.

Beste Werfer: Hachimura (31), Watanabe (20) für Japan - Schröder (16), Zipser (12), Benzing (11) für Deutschland. - Zuschauer: 18 355.

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