Giannis Antetokounmpo erhält bei den Milwaukee Bucks einen Mega-Vertrag. FOTO: AFP
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Giannis Antetokounmpo erhält bei den Milwaukee Bucks einen Mega-Vertrag. FOTO: AFP

Erst bettelarm, jetzt superreich

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(sid). Giannis Antetokounmpo weiß, wo er hergekommen ist. Wie arm seine Familie war, wie schlecht es aussah, damals in Athen. In den Straßen verkaufte er mit seinen Brüdern allerlei Plunder, dass er jetzt den dicksten Deal der NBA-Geschichte abgeschlossen hat, kann der "Greek Freak" kaum glauben. "Es ist irreal, einen solchen Vertrag zu unterschreiben", teilte der Basketballstar mit dem unaussprechlichen Namen mit.

Satte 228 Millionen Dollar, umgerechnet 187,5 Millionen Euro, zahlen ihm die Milwaukee Bucks für eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre. Antetokounmpo bekam den sogenannten "supermax contract", das heißt, bis zu 35 Prozent vom Gesamtgehalt der Franchise gehen im ersten Jahr an ihn - danach wird es mehr und mehr.

"Das ist mein Zuhause, das ist meine Stadt", schrieb Giannis Ugo Antetokounmpo eine Woche vor dem Saisonauftakt bei Twitter und bedankte sich beim Klub, der mit ihm um jeden Preis an die Spitze will. "Das ist ein großer Moment für mich und meine Familie", sagte er.

Die Familie, sie ist ihm wichtig. Antetokounmpo (26), seit Februar Vater eines Sohnes (Liam Charles), hat vier Brüder. Thanasis (28) spielt auch bei den Bucks, Kostas (23) für das Farmteam der Los Angeles Lakers, Alex (19) in Spanien. Nur Francis (32), der Älteste, wurde Fußballer.

Alle sind begabt, doch Giannis ragt heraus. Der Forward mit der riesigen Spannweite (2,21 m) spielt enorm wuchtig, besonders im Korbnähe. Das brachte ihm 2019 die Trophäe für den wertvollsten Spieler (MVP) der Hauptrunde ein, in der vergangenen Saison bekam er sie erneut - und wurde dazu zum besten Verteidiger gewählt. Beide Preise hatten zuvor nur Michael Jordan und Hakeem Olajuwon in einem Jahr erhalten.

Kein Wunder also, dass Antetokounmpo, wegen des Buchstabensalats in seinem Nachnamen auch "The Alphabet" genannt, heftig umworben wurde. Sein bisheriger Vertrag wäre im Sommer ausgelaufen, die Toronto Raptors, Vizemeister Miami Heat und die Dallas Mavericks wollten ihn, doch daraus wird nichts.

Der Sohn nigerianischer Einwanderer soll die Bucks zum Meister machen. Und er soll lange bleiben, anders als Kareem Abdul-Jabbar, der den Klub 1971 zwar zum bislang einzigen Titel führte, sich später aber zu den Lakers verabschiedete und groß abräumte.

Antetokounmpo will in Milwaukee mehr. "Es ist simpel. Du musst besser sein als im Jahr zuvor", sagte der "Greek Freak", nachdem er den zweiten MVP-Titel bekommen hatte. Mit dieser Einstellung hatte er den Athener Stadtteil Sepolia hinter sich gelassen, wo er einst als bettelarmer Junge Brillen, DVDs, CDs und Taschen verkaufte.

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