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Torgaranten für die Bayern: Robert Lewandowski (l.) und Thomas Müller sollen es heute in Berlin und in der nächsten Woche bei der Club-WM in Katar für den FC Bayern richten.

Erst Berlin... dann Katar

  • vonSID
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Über Berlin zur WM: Der FC Bayern München träumt vom sechsten Titel binnen acht Monaten, muss vorher aber die Pflichtaufgabe bei Hertha BSC lösen.

Karl-Heinz Rummenigge spricht von einer »historischen Chance« und träumt schon vom »absoluten All- Time-High« für den FC Bayern. Doch vor der Jagd auf den sechsten Titel binnen acht Monaten bei der Klub-WM in Katar müssen die Münchner die Pflichtaufgabe bei Hertha BSC lösen. »Wir wollen den Titel, die Mannschaft würde Geschichte schreiben«, sagte Trainer Hansi Flick, »aber Hertha ist erst mal wichtiger.«

Doch das Bundesliga-Gastspiel des souveränen Tabellenführers bei der »alten Dame« mit dem weltmeisterlichen Zugang Sami Khedira am heutigen Freitag (20.00 Uhr/DAZN) steht ganz unter dem Eindruck der folgenden großen Aufgabe. Weil die Bayern wegen der strengen Hygienevorschriften noch in der Nacht die 4400 km nach Doha fliegen werden, wurde sogar der Anstoß um eine halbe Stunde vorverlegt. Doch Liga-Alltag hin, die sechs Stunden dauernde Anreise her: Der deutsche Rekordmeister ist wild entschlossen, es in Katar der legendären Mannschaft des FC Barcelona gleichzutun.

»Wir treten bei der Klub-WM mit dem klaren Ziel an, den Weltpokal nach München zu holen«, sagte Vorstandschef Rummenigge: »Sechs Trophäen in einem Jahr - das hat bisher nur Barca 2009 geschafft.« Und zwar unter dem späteren Bayern-Trainer Pep Guardiola mit Superstars wie Lionel Messi, Xavi, Thierry Henry oder Zlatan Ibrahimovic.

Die historische Komponente sei »natürlich eine zusätzliche Motivation«, betonte Kapitän Manuel Neuer. »Die sind heiß auf Titel«, hat Rummenigge bei der Mannschaft festgestellt. Doch der Trip ins Glück berge »Gefahren«, warnte Flick: »Katar ist von der Belastung sehr hoch. Wir haben den Flug, Montag und Donnerstag die Spiele, kaum Zeit zum Trainieren.«

Im Halbfinale wartet der afrikanische Champions-League-Sieger Al Ahly SC aus Ägypten, der sich im Viertelfinale am Donnerstag mit 1:0 (1:0) gegen den katarischen Meister Al-Duhail SC durchsetzte. Im möglichen Endspiel am Donnerstag (19.00 Uhr/MEZ) dürften es die Bayern mit dem brasilianischen Copa-Libertadores-Gewinner Palmeiras zu tun bekommen.

Zum »Sextuple« soll sie ihre fast sprichwörtliche Gier tragen. Rummenigge schwärmte vom »imponierenden Erfolgshunger« der Mannschaft und betonte: »Immer alles gewinnen zu wollen, ist schon lange Bestandteil der DNA dieses Klubs.« Im ersten Triple-Jahr 2013 wurden immerhin fünf Trophäen inklusive WM-Titel eingeheimst; nur den deutschen Supercup mussten die Bayern damals der Dortmunder Borussia überlassen.

Beim zweiten Anlauf muss Flick wohl wie in Berlin auf Leon Goretzka und Javi Martinez verzichten. Allerdings könnte das Duo, das sich in Quarantäne befindet, nach negativen Corona-Tests noch nach Doha nachreisen. »Wir wissen alle, dass es nicht einfach ist«, sagte Flick, aber: »Die Mannschaft ist sehr motiviert.«

Wie sehr, machte Rummenigge mit einer Anekdote deutlich. Als die Klub-WM im Herbst 2020 wegen der Pandemie kurz vor der endgültigen Absage stand, hätten Flick und einige Führungsspieler bei ihm vorgesprochen. Der Boss sollte mit Gianni Infantino reden, um den FIFA-Präsidenten von einem Festhalten am Turnier zu überzeugen.

Rummenigge hat das schwer beeindruckt. »Sie haben 2020 alles gewonnen, sie haben einen dicht gedrängten Terminkalender zu bewältigen - aber sie wollen dennoch immer noch mehr«, sagte er bewundernd. Mehr, das heißt zunächst: ein Sieg im Berliner Olympiastadion.

Berlins Neuzugang Sami Khedira läuft sich warm.

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