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Energiebündel greift an

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Maximilian Schachmann strebt am Sonntag im Straßenrennen den ersten deutschen WM-Sieg seit Rudi Altig an, Tour-Sieger Tadej Pogacar kann als erster Profi seit dem großen Greg LeMond vor 31 Jahren den seltenen Doppelschlag schaffen.

Der unzerstörbare Berliner gegen den slowenischen Wunderknaben, Maximilian Schachmann gegen Tadej Pogacar: Am Sonntag (ab 9.45 Uhr bei Eurosport) peilt Schachmann beim WM-Straßenrennen in Imola den ersten deutschen WM-Triumph seit 1966 an. Etwas dagegen hat der 22 Jahre alte Tour-de-France-Sieger von der Oberkrain. Pogacar hofft auf den seltenen Doppelschlag und will sich nach dem Gelben Trikot nun auch das begehrte Regenbogentrikot überstreifen. Dies war zuletzt Greg LeMond (USA) 1989 geglückt.

Das will Schachmann, das Energiebündel, aber auch. Trotz aller Widrigkeiten macht er sich auf, erstmals seit Rudi Altig vor 54 Jahren den WM-Sieg nach Deutschland zu holen. Nach dem Schlüsselbeinbruch und den 3484 km durch Frankreich rechnet sich der 26-Jährige auf den brutalen 258,2 km gute Chancen aus - das Ziel ist klar: "Gold".

Nach dem schweren Unfall Mitte August bei der Lombardei-Rundfahrt sei seine Form zwar "einfach weg gewesen", sagte er. In den Bergen bei der Tour de France jedoch lief es wieder rund. Als Solist wuchs er auf der schwierigsten Etappe im Zentralmassiv über sich hinaus. Schachmann kämpfte wie ein Löwe, wurde dennoch kurz vor dem Ziel noch eingeholt und verpasste einen Riesen-Coup denkbar knapp. Auch wegen dieser Fähigkeiten ist Schachmann für den Sportlichen Leiter des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Jens Zemke, für das Rennen rund um das legendäre Autodromo Enzo e Dino Ferrari die "große Hoffnung". Bauen darf Schachmann auf die Unterstützung genügend starker Helfer im Team des BDR. Wie etwa Simon Geschke. Der 34 Jahre alte Routinier bringt eine exzellente Form aus der Frankreich-Rundfahrt mit. "Er ist zurzeit sehr stark, auch am Berg. Auf den schweren Bergetappen ist er mehrmals kons-tant vorne mitgefahren. Er ist wertvoll für uns als Mannschaft", sagte Schachmann.

Auf neun Runden erwarten die Fahrer jeweils zwei steile Anstiege, mit Rampen von bis zu 14 Prozent. Dass Schachmann genau solche Profile liegen, hat der stetige Arbeiter in diesem Jahr mit seinem Sieg bei Paris - Nizza gezeigt. Doch nicht nur Schachmann setzt all seine Energie auf die Schlacht in der Emilia-Romagna. Auch Pogacar, der jüngste Tour-Sieger seit 116 Jahren, fokussiert sich ausschließlich auf die knapp sieben Stunden lange Tortur und ließ das Einzelzeitfahren am Freitag aus. "Ich bin bereit für ein hartes Rennen am Sonntag", betonte er. Und so wird der Wunderknabe wieder gejagt. Auch von Schachmann. FOTO: DPA

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