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Jan-Lennard Struff will heute bei den French Open ins Viertelfinale einziehen.

Endlich im Rampenlicht

  • VonSID
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(sid). Jan-Lennard Struff wittert die große Chance auf einen echten Meilenstein in seiner Tennis-Karriere. »Natürlich möchte ich das Viertelfinale erreichen, natürlich möchte ich gegen Rafa spielen«, sagte »Struffi« voller Entschlossenheit. Der bodenständige Warsteiner will in Paris erstmals überhaupt unter die letzten Acht bei einem Grand-Slam-Turnier.

Dieses Ziel ist für den 31-Jährigen in Reichweite und damit womöglich ein weltweit beachtetes Duell mit Sandplatzkönig Rafael Nadal. Auf solche Matches im Rampenlicht hat Struff mit seinem Trainer Carsten Arriens lange hingearbeitet, im kniffligen Achtelfinale gegen den Argentinier Diego Schwartzman will die Nummer zwei der deutschen Rangliste heute unbedingt den nächsten Schritt machen.

Für Struff bedeutete dies aber nicht, dass er am Sonntag nur gut frühstückte, die Beine hochlegte und am späten Abend von der Hotelcouch aus im TV das Match von Alexander Zverev verfolgte. Er stürzte sich vielmehr in die Action auf der roten Asche, denn auch im Doppel hatte der Familienvater mit seinem Partner Robin Haase aus den Niederlanden die Runde der letzten Acht erreicht. Erst danach galt seine Aufmerksamkeit dem Sandplatzspezialisten Schwartzman, der am Samstag in drei Sätzen den Lauf von Routinier Philipp Kohlschreiber (Augsburg) beendet. »Diego ist ein sehr zäher Spieler. Ich muss meinen aggressiven Spielstil durchziehen«, sagte Struff. In der Nightsession am Sonntagabend zog Zverev bereits ins Viertelfinale ein. Er bezwang Kei Nishikori (Japan) mit 6:4, 6:1, 6:1 und trifft nun auf Alejandro Davidovich Fokina (Spanien).

Beinahe wäre auch der Schwarzwälder Dominik Koepfer in die Runde der letzten 16 eingezogen - der 27-Jährige scheiterte aber unglücklich am Schweizer Superstar Roger Federer. Koepfer schenkte dem 20-maligen Grand-Slam-Champion in einem Krimi nichts, hatte bei der 6:7 (5:7), 7:6 (7:3), 6:7 (4:7), 5:7-Niederlage aber letztlich die schlechteren Nerven. »Roger ist Roger, unglaublich, was er mit seinen 39 Jahren noch macht«, sagte Koepfer über den »Maestro«, der aber zum Achtelfinale nicht antreten wird, wie er am Sonntag mitteilte. Federer will sein lädiertes Knie nach einer OP nicht überbelasten, das ihn in Wimbledon weit bringen soll. Dadurch steht der Italiener Matteo Berrettini kampflos im Viertelfinale.

Für Struff, der kürzlich in München sein erstes Finale auf Tourniveau verlor, zählt dagegen das Hier und Jetzt in Paris. Dass er seinen Überraschungscoup aus der ersten Runde gegen den Turnier-Geheimfavoriten Andrej Rublew mit zwei Dreisatzerfolgen gegen den Argentinier Facundo Bagnis und gegen das spanische Toptalent Carlos Alcaraz (6:4, 7:6 (7:3), 6:1) bestätigte, spricht für seine Entwicklung.

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