Auf seine Offensivfähigkeiten setzt Gladbach: Marcus Thuram. FOTO: DPA
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Auf seine Offensivfähigkeiten setzt Gladbach: Marcus Thuram. FOTO: DPA

Endlich einmal belohnen

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(sid). Genug der Komplimente, jetzt soll ein Sieg her - wenn nötig ein dreckiger. Nach den spektakulären Auftritten gegen Real Madrid und Inter Mailand (jeweils 2:2) will Borussia Mönchengladbach in der Champions League endlich einmal die volle Ernte einfahren. Notfalls auch ganz schnöde. "Man kann Fußball nicht immer zelebrieren. Dann geht es darum, Ergebnisse zu ziehen", sagte Max Eberl vor dem Topspiel bei Schachtjor Donezk am Dienstag (18.55 Uhr/DAZN) in Kiew.

Topspiel? Tatsächlich führt Ukraines Dauermeister derzeit die Gruppe B vor Gladbach an - erst dahinter folgen Inter und Real. "Vor Beginn der Gruppenphase wäre man nicht zwingend darauf gekommen, dass an diesem Spieltag der Erste gegen den Zweiten spielt", sagte Trainer Marco Rose nach der Ankunft in der Ukraine. Die Chance für die Borussia ist also da, erstmals die Gruppenphase zu überstehen. "Wir würden natürlich gerne weiterkommen, auch wenn es sehr ambitioniert ist", sagt Sportdirektor Eberl.

Rose warnte kurz vor dem Abflug dennoch vor Übermut. "Inter und Real sind natürlich andere Namen als Schachtjor Donezk. Aber wer sich mit dem Verein auseinandersetzt, der weiß, dass die Jungs regelmäßig international dabei sind", sagte der Coach am Montag und wies vor allem auf die Erfahrung der mit Brasilianern gespickten Mannschaft hin. Erst im August war Schachtjor bis ins Halbfinale der Europa League vorgedrungen.

Richten soll es im Olympiastadion einmal mehr Gladbachs Torjäger Marcus Thuram. Nach seinem Doppelpack gegen Real wurde der Franzose gegen Leipzig lange geschont, nun dürfte er wieder von Beginn an auflaufen. "Marcus hat eine große Entwicklung genommen", sagt Eberl, findet aber auch: "Mit seinen 23 Jahren kann er noch lernen." Zum Beispiel, dass "so ein Champions-League-Spiel 90 Minuten" habe. Das gilt indes für die gesamte Mannschaft, die sowohl gegen Inter als auch Real kurz vor Schluss den Sieg noch aus der Hand gab. Zudem ist Donezk gut drauf, wie vor allem der 3:2-Sieg in Madrid bewies. "Diese Aufgabe wird sicherlich nicht leichter als die beiden zuvor. Donezk ist unangenehm, mit vielen wuseligen Spielern. Sie sind fußballerisch stark und trotzdem bereit zu arbeiten. Aber wir wollen uns endlich belohnen", sagte Rose.

Wie stark Schachtjor ist, bekam im August auch der VfL Wolfsburg zu spüren. Im Europa-League-Achtelfinale verloren die Wölfe beide Spiele gegen den Klub des Milliardärs Rinat Achmetow. Fast schon traditionell setzt Donezk auf Brasilianer, derzeit stehen elf Spieler aus dem Land des Rekord-Weltmeisters im Aufgebot. Junior Moraes, dreifacher Torschütze gegen Wolfsburg, gehört noch nicht einmal dazu - er hat inzwischen den ukrainischen Pass.

Einfach wird die Aufgabe folglich nicht. Doch ein schnöder Sieg wie zuletzt gegen Leipzig würde auf dem Weg zum großen Ziel helfen. "Wir sind jetzt zum dritten Mal in der Champions League", rechnet Eberl vor: "Beim ersten Mal sind Vierter geworden, beim zweiten Mal Dritter. Die logische Konsequenz kann man sich ausrechnen."

Aufstellungen / Donezk: Trubin - Dodo, Bondar, Khocholawa, Kornijenko - Maycon - Tete, Marlos, Marcos Antonio, Solomon - Dentinho. - Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Elvedi (Bensebaini), Ginter, Bensebaini (Wendt)- Kramer, Neuhaus - Hofmann, Stindl, Thuram - Plea. - Schiedsrichter: Serdar Gözübüyük (Niederlande).

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