Ende der Leidenszeit

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Der so sehnsüchtig erwartete Moment rückt für Sophie Scheder immer näher. 678 Tage nach ihrem glanzvollen olympischen Stufenbarrenfinale steht für die Chemnitzer Ausnahmeturnerin endlich das Comeback an. Bei der Qualifikation für die Europameisterschaften bestreitet die Olympia-Dritte am 23. Juni in ihrer sächsischen Wahlheimat wieder einen Wettkampf am Stufenbarren. "Ich kann es kaum erwarten. Ich bin superhappy, endlich wieder dabei zu sein", sagte die 21-Jährige, die aus Wolfsburg stammt, nunmehr aber schon seit zehn Jahren in Chemnitz heimisch ist.

Der so sehnsüchtig erwartete Moment rückt für Sophie Scheder immer näher. 678 Tage nach ihrem glanzvollen olympischen Stufenbarrenfinale steht für die Chemnitzer Ausnahmeturnerin endlich das Comeback an. Bei der Qualifikation für die Europameisterschaften bestreitet die Olympia-Dritte am 23. Juni in ihrer sächsischen Wahlheimat wieder einen Wettkampf am Stufenbarren. "Ich kann es kaum erwarten. Ich bin superhappy, endlich wieder dabei zu sein", sagte die 21-Jährige, die aus Wolfsburg stammt, nunmehr aber schon seit zehn Jahren in Chemnitz heimisch ist.

Hinter Sophie Scheder liegen qualvolle Monate. Der Rausch der begeisternden Olympia-Medaille war bald verflogen. "Ich wusste ja schon vor Olympia, dass für mein Knie eine besondere Behandlung nötig wird. Schließlich bin ich ja in Rio schon mit schmerzstillenden Spritzen gestartet. Aber dass alles so lange dauert, konnte ich natürlich nicht ahnen", sagte Scheder.

Zunächst versuchte sie es über drei Monate mit einer Röntgen-Reiz-Bestrahlung. Der Erfolg blieb aus. "Ich war bei mehreren Ärzten, habe alles versucht." Als sie der Verzweiflung nahe war, hatte Fabian Hambüchens Vater Wolfgang die Idee, dass sie es doch mal beim Bayern- und Nationalmannschafts-Doktor Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt versuchen könne. "Wenn man die Möglichkeit bekommt, von so einem berühmten Arzt untersucht zu werden, muss man das versuchen", sagte Scheder und erhielt die entscheidenden Tipps. Operation unumgänglich, diagnostizierte Müller-Wohlfahrt und empfahl: Die besten Spezialisten für Probleme mit der Patella-Sehne praktizieren in den USA, konkret in Vail/Colorado.

Das überzeugte Sophie Scheder, doch als Problem blieben die extremen Kosten in fünfstelliger Höhe. "Da hat mir die Bundeswehr unheimlich geholfen. Ich bin ihr daher überaus dankbar. Da war die Wartezeit wegen einiger bürokratischer Hemmnisse das kleinere Übel." Die rund zweistündige Operation im April 2017 gelang. Was folgte, waren acht Wochen an Krücken. Ans Turnen war vorerst nicht zu denken. "Natürlich gibt es in solchen Phasen auch mal Gedanken daran aufzuhören. Aber als die Krücken weg waren, dachte ich, ich könnte Bäume ausreißen."

Doch als sie im Januar 2018 endlich ohne Schmerzen wieder durchstarten wollte, folgte das nächste Missgeschick: Virusinfektion. "Ich habe mich mehrere Wochen total schlapp und krank gefühlt. Vor allem für die Psyche war das sehr anstrengend", gab sie zu. Und das Gefühl wurde nicht besser, als im März nach einer MRT-Untersuchung auch noch ein Muskelfaserriss diagnostiziert wurde. "Drei bis sechs Wochen Pause. Ein Schock. Da war ich echt genervt", räumte sie ein. "In solch einer Phase zweifelt man an sich: Hast Du etwas falsch gemacht? Doch ich sagte mir: Schlimmer kann es ja nicht kommen. Im Sport gibt es immer Hochs und Tiefs. Das war mein Tief, jetzt geht es wieder aufwärts", sagte sie zuversichtlich.

Trotz Erkrankungen und Verletzungen hat sie nach der Reha immer dosiert weitertrainiert, nie aufgesteckt. "Viele haben geholfen: Meine Eltern, die Trainerin, Physiotherapeuten, Freunde – alle haben an mich geglaubt", berichtete sie. Ihre Trainerin teilt die Zuversicht: "Sophie ist auf gutem Weg. Ich bin optimistisch für die EM in Glasgow im August und erst recht für die WM Ende Oktober", sagte Gaby Frehse. (Foto: dpa)

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