Bundestrainer Joachim Löw hat gut lachen. Das DFB-Präsidium hat ihm das Vertrauen ausgesprochen. FOTO: DPA
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Bundestrainer Joachim Löw hat gut lachen. Das DFB-Präsidium hat ihm das Vertrauen ausgesprochen. FOTO: DPA

Mit Löw ins EM-Jahr 2021

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Zwei Wochen durfte sich der Bundestrainer nach dem 0:6-Debakel gegen Spanien zur inneren Einkehr in den Schwarzwald zurückziehen. Dann beendet der DFB die Hängepartie um Löw mit einem klaren Votum.

Joachim Löw verzichtete nach einem seiner wichtigsten Siege auf die große Bühne. Der Bundestrainer verabschiedete sich nach dem erfolgreichen Kampf um seinen Job beim Gipfel in der Frankfurter DFB-Zentrale aus einem Nebeneingang - fünf Kamerateams und über ein Dutzend Reporter warteten vergeblich.

Dabei hätte Löw nach dem "Weiter so!" der Verbandsführung guten Grund gehabt für ein strahlendes öffentliches Lächeln. Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes mit Fritz Keller an der Spitze geht seinen Weg weiter "einvernehmlich" mit, auch personell. Bis zur EM im Sommer und - Stand jetzt - auch bis zur WM 2022. Die 0:6-Schmach von Sevilla, immerhin die höchste deutsche Länderspielpleite seit 89 Jahren, hat keinerlei Konsequenzen.

"Ein einzelnes Spiel kann und darf nicht Gradmesser für die grundsätzliche Leistung der Nationalmannschaft und des Bundestrainers sein", teilte der DFB nach der eiligst von Freitag auf Montag vorgezogenen Zusammenkunft mit: "Entsprechend hat Joachim Löw weiterhin das Vertrauen des DFB-Präsidiums."

Der 60-Jährige leiste "hochqualitative Arbeit" und werde "alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um mit der Mannschaft eine begeisternde EM 2021 zu spielen". Der Präsidialausschuss würdigte "das intakte Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer", Löw habe "ein klares Konzept für das bisherige und weitere Vorgehen" präsentiert.

Spanien "für alle eine Entäuschung"

Dies tat er in der eiligst von Freitag vorgezogenen Sitzung mit dem Präsidialausschuss und DFB-Direktor Oliver Bierhoff, an der auch seine Assistenten Marcus Sorg und Andreas Köpke teilnahmen. Löw überzeugte den innersten Führungszirkel mit Keller, den Vizepräsidenten Peter Peters und Rainer Koch sowie Schatzmeister Stephan Osnabrügge, sodass dieser die wichtigste Personalie im deutschen Fußball in Abwesenheit des krankgeschriebenen Generalsekretärs Friedrich Curtius abnickte. Im Anschluss folgte das Präsidium, das eigentlich erst am Freitag unterrichtet werden sollte, geschlossen der "übereinstimmenden" Empfehlung des Ausschusses pro Löw. Dieser hatte auf den direkten Austausch persönlich gedrängt. Er wollte sein Schicksal nicht allein in die Hände Bierhoffs und von dessen Präsentation vor dem Präsidium legen. Der Bundestrainer, so stellte es der DFB in einer Mitteilung dar, habe "die Beteiligten über seine Einschätzungen, Vorstellungen und die weiteren Planungen informiert". Und sie so von seinem Weg erneut überzeugt.

Für Löw sprachen, auch das machte das Präsidium im Anschluss klar: Die erfolgreiche EM-Quali, der Verbleib in Liga A der Nations League und die günstige Ausgangslage für die Auslosung der WM-Quali (7. Dezember), wo die DFB-Auswahl als einer der zehn Gruppenköpfe gesetzt ist.

Ja, Spanien sei "für alle eine Enttäuschung" gewesen. Der Blick gehe allerdings nach vorne: "Es besteht die feste Überzeugung, dass Joachim Löw und sein Trainerteam ... erfolgreiche Spiele und Ergebnisse liefern werden."

Neue Hierarchie ohne Müller und Co.

Wichtig ist, dass in dem Papier der März 2019 explizit erwähnt wird. Das Datum steht für Löws Entscheidung, die 2014er-Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng, damals alle beim FC Bayern, nicht mehr zu berücksichtigen. Der letzte Absatz der Mitteilung liest sich wie eine klare Absage an eine vielfach geforderte Rückholaktion. Löw habe Zustimmung dafür erhalten, dass die Turniere der weiteren Zukunft (WM 2022 und Heim-EM 2024) schon jetzt "in den weiteren sportlichen und personellen Überlegungen eine Rolle spielen müssen".

Boateng begrüßte es dennoch, dass Löw bleibt. "Ich freue mich, dass Jogi weitermachen darf. Er hat sich dieses Vertrauen in ihn in der Vergangenheit verdient", sagte der Münchner der "Bild".

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