Frauenhandball

EM-Auftakt steht auf der Kippe

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(sid). Kim Naidzinavicius, Emily Bölk und Co. hatten im dänischen Kolding gerade ihre isolierten Einzelzimmer bezogen, da wurde die EM auch schon vom ersten Corona-Fall überschattet. Ausgerechnet beim deutschen Auftaktgegner Rumänien war der Test einer Spielerin positiv ausgefallen - ein schwerer Dämpfer für das Turnier unter schwierigen Vorzeichen.

Am Donnerstag sollen die deutschen Handballerinnen eigentlich in ihre Mission Medaillenjagd (18 Uhr/Sportdeutschland.tv) starten, nach dem positiven Test der rumänischen Rechtsaußen Laura Moisa und mehreren Fällen im Vorfeld steht das deutsche Spiel aber auf der Kippe.

"Wir werden jetzt schnell den Kontakt zur EHF suchen und sind für alle Lösungen offen - bis hin zu einer Spielverlegung", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Moisas Zimmerkollegin Denisa Dedu befindet sich jedenfalls auch schon in Isolation.

"Wir sind froh, dass es endlich losgeht", hatte Kapitänin Naidzinavicius zuvor bei der Abreise aus Frankfurt gesagt. Angst vor dem Virus hätten sie und ihre Mitspielerinnen keine, beteuerte die Rückraumspielerin, als sie und ihr Team ohne den coronabedingt fehlenden Bundestrainer Henk Groener den Trip am Dienstagmorgen antraten.

"Wir sind alle davon überzeugt, dass das Turnier nicht stattfinden würde, wenn wir dort nicht absolut sicher wären und die Hygieneregeln nicht optimal ausgeführt werden würden", so Naidzinavicius. Sorgen soll dafür eine sogenannte Bubble, eine Blase mit strengen und engmaschigen Kontrollen nach Vorbild der NBA. Die Spielerinnen wurden nach ihrer Ankunft direkt getestet. Am Mittwoch, betonte Co-Trainer und Groener-Ersatz Alexander Koke, werde das Team dann mit "frischer Energie" durchstarten.

Die Isolation von Mannschaften und Staff hat höchste Priorität, ein ähnlicher Corona-Ausbruch wie zuletzt bei den DHB-Männern mit vier positiv getesteten Nationalspielern soll unter allen Umständen verhindert werden. Die Gesundheit stehe an erster Stelle, sagte EHF-Präsident Michael Wiederer der Handballwoche: "Auch das wird sicherlich eine Messlatte für den Erfolg der Veranstaltung sein."

Spätestens jetzt mit dem bevorstehenden EM-Start steht das erste Handball-Großturnier unter Corona-Bedingungen unter strenger Beobachtung - auch von den Männern.

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