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Martin Hinteregger trennt BVB-Stürmer Erling Haaland (r.) vom Ball. FOTO: AFP

Eintracht viel zu harmlos

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Eintracht Frankfurt ist in Dortmund chancenlos. Bei der starken Borussia kassieren die Hessen eine verdiente 0:4 (0:1)-Niederlage - die erste im Jahr 2020. Vor allem im Spiel nach vorne läuft nichts zusammen. "Das war ein Klassenunterschied", urteilt Trainer Hütter.

Im Dortmunder Fußballtempel, hatte der Frankfurter Trainer Adi Hütter vorher schon gewusst, hängen die Trauben noch höher als anderswo. Genau so war es - für die Eintracht hingen sie deutlich zu hoch, entsprechend klar und deutlich endete diese einseitige Partie. Die Hessen unterlagen Borussia Dortmund am Freitagabend mit 0:4 (0:1). Es war die erste Niederlage für die Frankfurter in diesem Jahr nach vier Siegen und einem Remis und die neunte in Folge beim BVB.

Die Gäste hatten in diesem ungleichen Match nicht den Hauch einer Chance, auch in der Höhe geht der Dortmunder Sieg vollkommen in Ordnung. "Das war ein Klassenunterschied. Die Leistung war nicht gut", urteilte Trainer Adi Hütter. "Wir haben verdient verloren. Das zweite Tor war der Knackpunkt für uns."

Die Frankfurter erspielten sich keine einzige Tormöglichkeit, sie waren weitgehend überfordert, der BVB war eine Nummer zu groß an diesem Abend. Sebastian Rode sagte in einer ersten Analyse: "In der zweiten Halbzeit schlagen wir uns selbst. Wir haben im Spielaufbau zu viele Ballverluste. Das ist gegen Dortmund tödlich."

Trainer Hütter hatte sein Team für die Mammutaufgabe lediglich auf einer Position gegenüber dem Augsburg-Spiel verändert: Für Dominik Kohr spielte im defensiven Mittelfeld Rode. "Das wird ein harter Fight", hatte die 29 Jahre alte Fleißbiene vorher geunkt. Er sollte Recht behalten. Selbst wenn der Tabellendritte der Liga zuletzt ja ein wenig zu schwächeln schien. Druck jedenfalls war unter dem schwarz-gelben Kessel. Und das merkte man dem Spiel der Gastgeber zunächst auch an. So zwingend, so aufregend, so bedingungslos nach vorne agierte der BVB an diesem Freitagabend nicht, ein wenig war die Verunsicherung zu spüren. Natürlich hatten die Dortmunder klare Feldvorteile. Aber wirklich gefährlich wurde es zunächst nicht. Klar, ein Freistoß von Raphael Guerreiro sprang vom Außenpfosten ins Feld zurück, mehr an Torgefahr entwickelten die Borussen zunächst aber nicht.

Das lag auch an Eintracht Frankfurt. Die Hessen versuchten, sich so teuer wie möglich zu verkaufen. Das sah nicht besonders attraktiv aus. Im Grunde verbarrikadierten sich die Frankfurter rund um den eigenen Strafraum und droschen die Bälle zumindest in der Anfangsphase nach vorne.

Einmal, 27 Minuten waren da bereits absolviert, schoss Timothy Chandler aufs Dortmunder Tor, weit über die Latte flog die Kugel. Es war der erste Frankfurter Torschuss in dieser Partie. Viel mehr sollte in der Folgezeit auch nicht mehr kommen. Für den Spielaufbau fühlte sich niemand so richtig zuständig. Mijat Gacinovic gelang nicht viel, Stefan Ilsanker hatte ohnehin seine liebe Mühe mit dem Zuspiel an sich, Rode stopfte Löcher, und Filip Kostic sah sich in einer liebevollen Doppeldeckung von Achraf Hakimi und Lukasz Piszczek gegenüber und war weitgehend aus dem Spiel genommen. Kein Wunder, dass nach vorne wenig zusammenlief. Immerhin schafften es die Frankfurter, mehr als eine halbe Stunde ihren Kasten sauber zu halten, mehr aber auch nicht. Dann leitete ein Flachschuss von Piszczek von der Strafraumgrenze ins entfernte Eck die erwartete Niederlage ein, Kevin Trapp war gegen den Schuss des Außenverteidigers machtlos (33.).

Die zweite Halbzeit wurde mit Verzögerung angepfiffen, weil im Frankfurter Block Pyros abgebrannt wurde und das Stadion minutenlang eingenebelt war. Das wird dann den Klub wieder eine schöne Stange Geld kosten. Die Eintracht wollte den zweiten Abschnitt mutiger gestalten, Hütter brachte für den schwachen Gacinovic einen zweiten Stürmer: Bas Dost. Doch dem BVB genügten zwei schnelle Aktionen, um das einseitige Spiel zu entscheiden. Erst erzielte Jadon Sancho (50.) das 2:0, in dem er nach einem Diagonalpass David Abraham ziemlich alt aussehen ließ, vier Minuten später traf Erling Haaland (54.), der eine feine Vorarbeit von Hakimi veredelte. Die Partie war gelaufen. Der starke Guerreiro ließ in der 74. Minute mit einem satten Flachschuss sogar noch das 4:0 folgen.

Dortmund: Bürki - Piszczek, Hummels, Zagadou, Guerreiro - E. Can (64. Dahoud), Witsel - Hakimi, T. Hazard, Sancho (75. Reyna) - Haaland (79. M. Götze).

Eintracht Frankfurt: Trapp - Touré, Abraham, Hinteregger, N’Dicka - Ilsanker, Rode (78. Sow) - Chandler, Gacinovic (46. Dost), Kostic - A. Silva (82. Paciencia).

Im Stenogramm: SR: Dankert (Rostock). - Zu.: 81 365. - Tore: 1:0 Piszczek (33.), 2:0 Sancho (50.), 3:0 Haaland (54.), 4:0 Guerreiro (74.). - Gelbe Karte: - / Chandler (3).

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