Sechs Frankfurter können den Ausgleich nicht verhindern, in der Nachspielzeit köpft Lars Stindl (M.) zum 3:3 ein. FOTO: DPA
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Sechs Frankfurter können den Ausgleich nicht verhindern, in der Nachspielzeit köpft Lars Stindl (M.) zum 3:3 ein. FOTO: DPA

Eintracht verschenkt Sieg

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Die Frankfurter Eintracht führt bis zur 89. Minute mit 3:1 und gibt den Vorsprung gegen die Gladbacher Borussia noch aus der Hand. "Das fühlt sich an wie eine Niederlage", sagt Amin Younes.

Es lief bereits die letzte der sechs Nachspielminuten, als Eintracht Frankfurt mal wieder die Felle davonschwimmen sollten. Bis zur 89. Minute hatten die Hessen nach den Toren von André Silva (2) und Aymen Barkok mit 3:1 in Front gelegen, sie hatten eine wirklich gute Partie gegen den Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach gespielt. Sie hatte Möglichkeiten zum 4:1 und es schien nur eine Frage der Zeit, bis der erste Dreier nach zuvor acht sieglosen Begegnungen eingetütet wäre. Doch es wurde wieder nichts mit dem so sehr ersehnten Sieg.

In den letzten sechs Minuten drehten die Gladbacher diese Partie noch, kamen durch den Dreifachtorschützen Lars Stindl (14., 89. und 90.+5) noch zu einem höchst schmeichelhaften 3:3 (3:1). Knackpunkt war sicherlich der Platzverweis von Kapitän David Abraham, der in der 81. Minute mit Gelb-Rot vom Feld musste. Danach hatten die Gäste, die über sehr weite Strecken der Partie wenig auf die Reihe bekamen, die Oberhand, schnürten die Hausherren ein. "Ohne die Gelb-Rote Karte", fand hinterher auch ein tief frustrierter Sportdirektor Bruno Hübner, "geht hier nur einer als Sieger vom Platz, und das sind wir."

Das Remis "fühlt sich wie eine Niederlage an", sagte Amin Younes, den Trainer Adi Hütter erstmals von Anfang an brachte, "das ist eine Riesenenttäuschung, denn wir haben ein tolles Spiel gemacht, auch fußballerisch." Auch Libero Makoto Hasebe war enttäuscht, "sehr bitter" sei das Remis nach einem insgesamt "sehr guten Spiel".

In der Tat schwang sich die Eintracht nach anfänglichen Schwierigkeiten zu einer wirklich reifen Leistung auf, sie hätte diesen Sieg auch verdient, war sehr lange die viel bessere Mannschaft. Doch gegen Ende trumpften die Gladbacher auf, denen man die internationale Mehrfachbelastung im Schlussspurt nicht anmerkte. "Wir hätten in Unterzahl cleverer spielen müssen", monierte Hasebe.

Der Frankfurter Trainer Hütter hatte sein Team im letzten Heimspiel dieses ungewöhnlichen Jahres erwartungsgemäß umgebaut und gleich mit einer Überraschung aufgewartet. Younes, seit Anfang Oktober vom SSC Neapel ausgeliehen, durfte erstmals nach fünf Kurzeinsätzen (139 Minuten) von Anfang an ran. Das war deswegen eine kleine Überraschung, weil der Coach noch tags zuvor gesagt hatte, der frühere deutsche Nationalspieler habe wegen Corona-Quarantäne und einer leichteren Verletzung zuletzt "keinen Rhythmus" finden können. Für ihn musste Kreativkopf Daichi Kamada weichen, der jüngst eher matt wirkte. Younes und Barkok bildeten gemeinsam mit dem wieder genesenen Silva die Frankfurter Offensive.

Starke Reaktion

Erstaunlicherweise fand Frankfurt auch in dieses Spiel nicht hinein, wie so oft in der jüngeren Vergangenheit. Keine Überraschung war es dann, dass die Gäste vom Niederrhein in der 14. Minute in Führung gingen, Stindl schlenzte eine Freistoß aus 22 Metern ins Tor. Dass Frankfurt dann mit einem 3:1 in die Pause würde gehen können, hätte zu diesem Zeitpunkt keiner erwarten dürfen. Ein Doppelschlag von Silva (22. und 24.) brachte die Hessen in Front, erst verwandelte er abgezockt einen Handelfmeter, dann veredelte der Portugiese einen feinen Pass des sehr agilen Barkok. Und Barkok war es auch, der in der 32. Minute zum Tanz bat: Wie auf dem Bolzplatz in der Nordweststadt, dort, wo der 22-Jährige groß geworden ist, spielte er halb Gladbach schwindelig, zog die Kugel mit der Sohle an den Verteidigern vorbei und schob lässig ins Tor.

Der Eintracht tat gut, dass dieses Mal deutlich mehr Spieler mit von der Partie waren, die mit dem Ball nicht auf Kriegsfuß stehen. Und Younes hätte nach 64 Minuten den Sack zumachen können, doch sein Schlenzer aus elf, zwölf Minuten flog am Tor vorbei. Das sollte sich rächen.

Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, Hinteregger - Durm, Sow, Rode (90.+2 Kamada), Kostic - Barkok (90.+2 da Costa), Younes (71. Kohr) - Silva (83. Ilsanker).

Gladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt (82. Traoré) - Kramer, Bénes (46. Zakaria) - Stindl, Wolf (46. Lazaro), Thuram - Pléa (63. Embolo).

SR: Benjamin Cortus (Röthenbach (Pegnitz). - Tore: 0:1 Stindl (14.), 1:1 Silva (22./Handelfmeter), 2:1 Silva (24.), 3:1 Barkok (32.), 3:2 Stindl (89./FE), 3:3 Stindl (90.+5). - Gelb-Rot: Abraham (81./wiederholtes Foulspiel). - Beste Spieler: Barkok, Silva / Elvedi, Stindl.

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