Eintracht setzt auf Rückkehrer

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Vor einem Jahr stürzte Eintracht Frankfurt nach einer erfolgreichen Hinrunde wieder ab. Ein Grund dafür: die vielen Verletzten. Diesmal ist es genau umgekehrt. Wichtige Spieler wie Marco Fabian und Omar Mascarell kehren zur zweiten Saisonhälfte wieder zurück.

Marco Fabian war in den vergangenen Wochen nur schwer zu erkennen, wenn seine Mannschaft von Eintracht Frankfurt ihre Heimspiele austrug. Dick eingepackt und eine Mütze tief ins Gesicht gezogen, saß der lange verletzte Mexikaner Samstag für Samstag auf der Tribüne. "Wenn man draußen sitzt, sieht es manchmal so einfach aus. Da denkt man schon mal: Wieso schießt er jetzt nicht?", sagte er der "Frankfurter Rundschau" in einem Interview.

Wenn am 13. Januar die Rückrunde der Fußball-Bundesliga beginnt, will Marco Fabian wieder selbst auf dem Platz stehen und aufs Tor schießen. Der 28-jährige Spielmacher hat eine komplizierte Bandscheibenverletzung hinter sich. Erst ein Jahr lang Schmerzen, dann vier Monate Pause nach einer Rücken-OP. Aber jetzt, sagt er, geht es ihm wieder sehr gut. "Ich bin völlig beschwerdefrei."

Auch der Spanier Omar Mascarell soll in der zweiten Saisonhälfte sein Comeback feiern. Timothy Chandler kehrte sogar schon Mitte Dezember zurück. Und selbst der dreimal am Fuß operierte Torjäger Alexander Meier sagte unlängst: "Ich habe diese Saison keinesfalls abgehakt."

Eintracht Frankfurt wird also in der Rückrunde dieser Saison ein anderes Gesicht haben als noch vor der Winterpause. Und wenn man so sieht, wer da alles zurückkommt, und wie gut sich bereits der Frankfurter Rumpfkader in den vergangenen Monaten mit Platz acht in der Bundesliga und dem Viertelfinal-Einzug im DFB-Pokal geschlagen hat, dann geht das schon fast als Drohung an den Rest der Liga durch.

"Ich glaube schon, dass die Mannschaft mit Fabian und Mascarell noch einmal einen Schub machen wird und sich qualitativ verbessert", sagt Bruno Hübner, der Sportdirektor der Eintracht. "An beiden werden wir in der Rückrunde viel Freude haben." Von Mascarell und Fabian verspricht sich der Verein vor allem zwei Dinge. Sie sollen das oftmals nur dürftige spielerische Niveau der Eintracht anheben. Und sie sollen dafür sorgen, dass sich ein Absturz wie in der Rückrunde der vergangenen Saison nicht wiederholt.

Zur Erinnerung: Vor einem Jahr überwinterte die Eintracht sogar als Tabellendritter, holte dann in der zweiten Hälfte der Saison aber nur noch kümmerliche 13 Punkte. Leistungsträger wie Meier und Fabian fielen damals wochenlang aus. Ein wichtiger Spieler wie Szabolcs Huszti hatte den Verein kurzfristig verlassen.

Zu Beginn des Jahres 2018 passiert aber erst einmal das Gegenteil: Der Kader erhält einen erheblichen Zuwachs aus den eigenen Reihen – und muss deshalb auch nicht großartig verstärkt werden. "Es ist nicht unsere Überlegung, dass wir auf dem Transfermarkt etwas machen", erklärt Hübner.

Auch der Kreis möglicher Abgänge ist trotz des großen Kaders überschaubar. "Wir überlegen nach den Erfahrungswerten in der vergangenen Saison ganz genau, ob wir wirklich Spieler abgeben", so Hübner. Andersson Ordonez ist schon weg, Yanni Regäsel oder Max Besuschkow könnten ihm noch folgen. Viel mehr dürfte nicht passieren.

Für Fabian hat das bevorstehende Comeback noch eine zweite Bedeutung. Er will sich auch für die WM in Russland und dabei ganz besonders für das erste Gruppenspiel gegen Deutschland empfehlen. "Die WM ist natürlich auch eine große Motivation für mich", sagt der Mexikaner. "Und dass wir gegen Deutschland spielen, ist etwas ganz Besonderes. Deutschland ist meine zweite Heimat. Es ist meine zweite WM, und mein Land dort zu repräsentieren, das ist eine große Ehre."

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