André Silva trifft inzwischen nach Belieben für die Frankfurter Eintracht. FOTO: AFP
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André Silva trifft inzwischen nach Belieben für die Frankfurter Eintracht. FOTO: AFP

Eingewöhnung vollzogen

  • vonred Redaktion
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André Silva scheint endgültig angekommen bei der Frankfurter Eintracht. Der Portugiese trifft und ist zum Leistungsträger gereift. Am Mittwoch gegen Schalke kann er dies wieder beweisen.

Natürlich wusste André Silva sofort, bei wem er sich zu bedanken hatte nach seinem Treffer in Berlin. Bei Daichi Kamada, der das zwischenzeitliche 2:1 in allerbester Jay-Jay-Okocha-Manier brillant aufgelegt hatte. Dem Japaner gebührte zweifellos der Löwenanteil an dem wunderschönen Tor, aber Silva war es, der es mit der Hacke zum (wahrscheinlichen) Tor des Monates veredelte. So ganz einfach war der Part des 24 Jahre alten Stürmers also nicht. Dass der Portugiese bereits den Ausgleich aufgelegt und später noch das 4:1 erzielt hatte, rundete eine beeindruckende Leistung beim Eintracht-4:1 als Gast von Hertha BSC ab. Und dazu benötigte der Angreifer nur 45 Minuten.

André Miquel Valente Silva, im Sommer auf den letzten Drücker im Tausch mit Ante Rebic vom AC Mailand gekommen, hat derzeit das, was man gemeinhin einen Lauf nennt. Er ist seit dem Re-Start der Bundesliga am 16. Mai der treffsicherste Angreifer, mehr als seine sechs Tore in sieben Partien hat kein anderer Stürmer erzielt, insgesamt sieht die Bilanz des schwarzhaarigen Iberers mit zehn Treffern und vier Vorlagen in 22 Ligaspielen sehr ordentlich aus. Dazu hatte er in der Europa League mit seinen beiden Treffern beim 2:2 gegen FC Salzburg großen Anteil am Weiterkommen, auch im Pokal hat er dreimal getroffen.

Es hat ein bisschen gedauert, ehe Silva, in der Nähe von Porto geboren, Fuß gefasst hat in Frankfurt. Der Start war zwar gelungen - in den ersten vier Begegnungen in der Liga traf er dreimal -, danach aber baute er mehr und mehr ab. Vor allem körperlich. Ein ums andere Mal plagten Silva kleinere Problemchen. Bei den Hessen schien er sein fußballerisches Potenzial nicht ausschöpfen zu können, im Winter verlor er zudem seine Form, wirkte schwerfällig. Ihm fehlte vor allem die körperliche Präsenz, Trainer Adi Hütter tadelte ihn prompt. Er, Silva, besitze nicht "das Level, das wir uns vorgestellt hatten", wurde der Coach in der Öffentlichkeit ungewohnt deutlich.

Der Nationalspieler Portugals hatte in Frankfurt mit den ganz normalen Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen, neuer Klub, neue Sprache, neues Land, zuletzt pendelte er zwischen Italien, Spanien, Portugal und Deutschland. "Daran musste ich mich erst gewöhnen", sagte er seinerzeit. Dazu schwebte wie ein Damoklesschwert der Spruch des großen Cristiano Ronaldo über dem immer schmächtiger werdenden Silva: "Wenn ich zurücktrete, wird Portugal in guten Händen sein, denn das Team hat bereits einen tollen Stürmer gefunden: André Silva." Dieses Lob belastete ihn mehr als es ihm half.

Inzwischen ist der Portugiese, dessen Leihvertrag noch ein weiteres Jahr läuft, längst zu einem Leistungsträger geworden, zumal er oft die undankbarste Aufgabe im Team zu übernehmen hatte: Als einziger Angreifer allein auf weiter Flur gegen zwei, drei baumlange Verteidiger. Und trotzdem hat er sich in Unterzahl erstaunlich gut aus der Affäre gezogen. Er behauptet die Bälle, kann sie dank seiner Technik verarbeiten, dribbelstark ist er ohnehin. Noch gefährlicher freilich wäre er an der Seite eines zweiten Angreifers, sei es nun Bas Dost oder Landsmann Goncalo Paciencia, der auf der Schlussgerade der Saison noch einmal ins Laufen kommen soll. "Mental und physisch", sagte der Matchwinner vom Samstag, sei er jetzt stärker, diese Zeit habe er für seine Entwicklung benötigt. Was es nun am Mittwoch gegen Schalke 04 wieder zu beweisen gilt.

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