Pure Verzweiflung: Trainer Manuel Baum muss mit seinem FC Schalke 04 weiter auf einen Sieg warten. FOTO: AFP
+
Pure Verzweiflung: Trainer Manuel Baum muss mit seinem FC Schalke 04 weiter auf einen Sieg warten. FOTO: AFP

Einfach nur hilflos

Die Horrorserie von Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga nimmt kein Ende und hat einen weitere Negativmarke erreicht.

Manuel Baum war die Hilflosigkeit in Person. Verzweifelt hockte der Trainer im grünen Parka am Spielfeldrand und schaute den völlig untauglichen Versuchen seiner Spieler zu. Baum sollte Schalke 04 retten, diese leblose Mannschaft neu "anzünden" - stattdessen hat er nach dem 0:2 (0:0) gegen den SC Freiburg den schlechtesten Start eines Coachs in der königsblauen Bundesligageschichte hingelegt.

"Wer mich kennt, weiß, dass ich mich mit solchen Statistiken nicht beschäftige", sagte Baum, "ich verschreibe mich der Aufgabe und dem Verein. Dass Schalke in der Bundesliga bleibt, wird weiter meine Aufgabe sein."

Sein zehntes erfolgloses Spiel war gleichzeitig die 28. Partie des Traditionsklubs in Folge ohne Sieg - zum 55 Jahre alten Rekord von Tasmania Berlin fehlen der Lachnummer der Liga nur noch drei. "Wir verlieren zu schnell die Hoffnung. Wir müssen mehr glauben", klagte Benjamin Stambouli bei Sky, er wirkte tief frustriert. Das niederschmetternd späte 2:2 beim FC Augsburg am Wochenende sei "sehr schwer für den Kopf" gewesen. Aufgeben sei dennoch keine Option: "Niemals."

Mit einer ideen- und mutlosen Leistung verpasste Schalke den ersten Dreier vor Weihnachten und droht mit nur vier Punkten als Tabellenletzter immer mehr den Anschluss zu verlieren. Der vermeintliche Konkurrent Freiburg ist nach dem Doppelpack von Roland Sallai (50. und 68.) bereits zehn Punkte entfernt. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) hat Baum gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld die nächste Chance auf seinen ersten Sieg.

Auch das Comeback des begnadigten Amine Harit half nicht. Der Dribbler sollte nach seiner aufgehobenen Suspendierung als "Zehner" die Fäden ziehen. Der Marokkaner wollte zeigen, dass er verstanden hatte: Er lief die Freiburger ein paarmal hoch an, verlor allerdings auch leichtfertig den Ball, als er die erste Torchance des Spiels durch Sallai ermöglichte (8.). Danach tauchte Harit immer mehr ab, in der 70. Minute war Schluss für ihn.

Den ersten sehenswerten Angriff schloss Sallai per Kopf mit der Freiburger Führung ab. Jonathan Schmid hatte nach Vorarbeit des starken Vincenzo Grifo geflankt. Auch das zweite Tor leitete der italienische Nationalspieler ein.

Schalke: Fährmann - Stambouli, Kabak, Salif Sane, Oczipka - Mascarell (73. Schöpf), Serdar - Matondo (86. Hoppe), Harit (70. Kutucu), Raman (73. Mendyl) - Boujellab.

Freiburg: Florian Müller - Lienhart, Schlotterbeck, Gulde - Schmid (90.+2 Tempelmann), Santamaria (90.+2 Abrashi), Höfler, Günter - Sallai (69. Demirovic), Petersen (60. Höler), Grifo (69. Jeong).

Im Stenogramm: SR: Jablonski (Bremen). - Tore: 0:1 Sallai (50.), 0:2 Sallai (68.).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare