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Fordern die Frankfurter Eintracht heraus: Trainer Patrick Glöckner (l.) und Marc Schnatterer vom SV Waldhof Mannheim.

Eine Legende und zwei Ex-Eintrachtler

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(ds). Die Frankfurter Eintracht bekommt es in der ersten DFB-Pokalrunde mit einer wahren Legende zu tun. Nein, nicht etwa der am Sonntag (15.30 Uhr) gastgebende SV Waldhof ist gemeint, obwohl die Mannheimer mit berechtigtem Stolz auf eine lange Historie und ein begeistertes Fan-Umfeld blicken dürfen. Aber Legendenstatus? Das wäre das eine Bisschen zu viel.

Anders im Falle eines Mannes, eines Fußballprofis, 35 Jahre alt, geboren in Heilbronn, verehrt in seiner Wahlheimat auf der Schwäbische Alb, im beschaulichen Heidenheim an der Brenz: Marc Schnatterer.

459 Pflichtspiele im Profifußball absolvierte Schnatterer zeit seiner 13-jährigen Profilaufbahn, 457 davon für den 1. FCH. In Heidenheim, ganz klar, ist er ein Held, da kennt ihn jeder, und umgekehrt ist das fast genauso. Eine außergewöhnliche Beziehung zwischen Stadt, Klub und Spieler, eine, die vor Kurzem jedoch endete. Schnatti, so wird er gerufen, saß vergangene Saison oft auf der Bank beim Zweitligisten. Das wollte er nicht mehr und schloss sich im Sommer für diese Saison dem Mannheimer Drittligisten an. Warum? »Als Sportler will man gebraucht werden und eine Rolle übernehmen«, sagt er. Dieses Gefühl hätten ihm die Waldhof-Verantwortlichen, allen voran Trainer Patrick Glöckner und Sportchef Jochen Kientz, vermittelt.

So hat Marc Schnatterer nun also seine ersten beiden Spiele für den SV Waldhof hinter sich gebracht, beide Male spielte er auf dem linken Flügel, führte sein Team als Kapitän an und bereitete zuletzt beim 1:1 gegen die Reserve von Borussia Dortmund den Ausgleich vor.

Die Mannheimer sind bisher nicht so pralle in ihre Drittligarunde gestartet. Ein Punkt aus zwei Spielen, nur ein geschossenes Tor, das haben sie sich anders vorgestellt. Der personell kleine Kader hat einige Verletzungsausfälle zu verzeichnen, jener von Marcel Seegert, Abwehrchef und eigentlicher Kapitän, wog am schwersten. Er könnte gegen die Eintracht sein Comeback feiern. Bis zu fünf neue Profis sollen in dieser Transferphase aber noch dazukommen. Trainer Glöckner und Sportchef Kientz, beide mit einer Eintracht-Vergangenheit, haben noch ein ganzes Stück Arbeit zu verrichten.

Glöckner einst unter »Stepi« aktiv

Glöckner war bei der SGE Profi unter den Trainern Dragoslav Stepanovic und Horst Ehrmantraut in der Saison 1996/97, absolvierte neun Zweitligapartien für die Frankfurter und coachte später unter anderem an der Seite von Klubikone Alexander Schur die Eintracht-Reserve. Nicht nur die Fans beider Teams pflegen eine gute Beziehung - 12 151 sind im Carl-Benz-Stadion zugelassen -, auch Jochen Kientz ist regelmäßig in Kontakt mit den Eintracht-Bossen, gerade mit Präsident Peter Fischer. Kientz, einst ein harter Verteidiger, zählte in den früheren 90ern zum Eintracht-Kader, als junger Mann spielte er neben Stars wie Tony Yeboah, Jay-Jay Okocha oder Uwe Bein aber keine Rolle. Lediglich ein Erstligaspiel ist in seiner Statistik vermerkt, schlappe fünf Minuten im Hamburger Volksparkstadion am letzten Spieltag 1993. Marc Schnatterer, die Legende, hat da deutlich mehr Zahlenwerk vorzuweisen.

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