Hat allen Grund zur Freude: Kansas-Quarterback Patrick Mahomes wird zum bestbezahltesten Sportler der Welt. FOTO: DPA
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Hat allen Grund zur Freude: Kansas-Quarterback Patrick Mahomes wird zum bestbezahltesten Sportler der Welt. FOTO: DPA

Eine halbe Milliarde

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Patrick Mahomes ist noch keine 25 Jahre alt. Der Quarterback hat den Super Bowl gewonnen, die Trophäe als wertvollster Spieler der NFL im Schrank und nun auch den am besten dotierten Vertrag der Sportwelt. Wer genau hinsieht, entdeckt bei ihm Ähnlichkeiten mit Dirk Nowitzki.

Mit dem höchstdotierten Vertrag der Sportwelt stößt Football-Superstar Patrick Mahomes ausgerechnet zu Corona-Zeiten in gigantische Dimensionen vor. Ein Zehn-Jahre-Deal mit der Aussicht auf mehr als einer halbe Milliarde Dollar macht den Quarterback der Kansas City Chiefs finanziell zum absoluten Schwergewicht der NFL. Und doch offenbart der Mega-Vertrag bei dem 24-Jährigen eine ähnliche Herangehensweise wie von Dirk Nowitzki zu dessen bester Zeit bei den Dallas Mavericks: Der Verzicht auf Geld für größere Chancen auf Erfolg.

"Wir bleiben zusammen. Für eine lange Zeit", hieß es in einem Videozusammenschnitt mit Szenen Mahomes, die er nach Bekanntgabe der Verlängerung auf Twitter teilte. Und eben auch: "Wir jagen eine Dynastie."

Die Zahlen sind erst mal beeindruckend. Zusammen mit dem Gehalt für die beiden vergangenen Jahre seines ersten Vertrags bekommt Mahomes nach übereinstimmenden Informationen mehrerer US-Medien bis zur Saison 2031 477 Millionen US-Dollar (rund 421,3 Millionen Euro), die durch Prämien auf bis zu 503 Millionen US-Dollar (rund 444 Millionen Euro) anwachsen können - 140 Millionen Dollar (rund 123,6 Millionen Euro) sind ihm dabei unter allen Umständen garantiert.

Er übertrifft damit den bisherigen Rekordhalter Mike Trout. Der Baseballspieler hatte im März 2019 für zwölf Jahre bei den Los Angeles Angels unterschrieben und bekommt dafür 426,5 Millionen Dollar (rund 376,5 Millionen Euro). Wieso der Vergleich mit dem bescheidenen Ex-Basketballer Nowitzki dennoch nicht so weit hergeholt ist? Weil Ma-homes wegen seines Stellenwerts als Gesicht der Liga und seinen Fähigkeiten mehr hätte bekommen können. Im US-Sport sind Einkommen und Gehaltsstrukturen transparent wie wohl in keinem anderen System. Also erfahren die interessierten Fans, dass Mahomes im ersten Jahr des neuen Vertrags 47 Millionen Dollar weniger verdient, als etwa Russell Wilson von den Seattle Seahawks. Und auch sonst nicht auf maximalen Profit aus war.

Natürlich spielt Mahomes nicht gratis und verdient sehr viel Geld. Aber aus Sicht der Chiefs ist das neue Papier verbunden mit langfristiger Sicherheit auf der wichtigsten Position und viel Flexibilität für die Gehälter von anderen Profis, die dem Quarterback beim Gewinnen weiterer Titel helfen sollen. Und das ist es, was Mahomes will: Gewinnen.

Tom Brady holte in seiner Zeit bei den New England Patriots sechsmal den Sieg im Super Bowl, so oft wie kein anderer Quarterback in der Geschichte der Liga. Brady, Trainer Bill Belichick und die Patriots dominierten die NFL über Jahre. Damit will sich Mahomes messen, deswegen der Verweis auf die "Dynastie". Er ist auf einem guten Weg.

Er ist der jüngste Quarterback der NFL-Geschichte, der vor seinem 25. Geburtstag bereits den Super Bowl (Saison 2019) sowie die Auszeichnung als bester Spieler einer Saison (2018) gewonnen hat. Im Februar führte er die Chiefs zum Ende seiner erst dritten NFL-Saison im Finale zu einem 31:20 gegen die San Francisco 49ers, obwohl das Team im letzten Viertel mit zehn Punkten zurücklag.

Der bislang völlig skandalfreie und weithin respektierte Profi hatte sich zuletzt auch klar gegen Rassismus positioniert und war Teil des Videos schwarzer Football-Spieler, die der NFL Fehler im Umgang mit dem Thema vorgeworfen und die Liga zum Handeln gezwungen hatten.

In Kansas City lieben die Menschen ihn, und das nicht erst seit dem Titelgewinn im Februar. Eine Geschichte über Mahomes geht so: Wochen vor dem Super-Bowl-Sieg war er mit seiner Freundin Pizza essen. Niemand fragte nach einem Autogramm oder einem Selfie. Beim Verlassen des Ladens hielt Mahomes demnach an der Tür, drehte sich um und bedankte sich dafür, in seiner Stadt in Ruhe essen gehen zu können. Was er nicht sagte: Er hatte die Rechnungen sämtlicher Tische übernommen. Mahomes wird in Zukunft noch weitere Gelegenheiten für solche Gesten bekommen. Das nötige Geld dafür hat er auch.

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