Intensives Spiel: Der Frankfurter Erik Durm (l.) und Dortmunds Nico Schulz kämpfen um den Ball. FOTO: DPA
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Intensives Spiel: Der Frankfurter Erik Durm (l.) und Dortmunds Nico Schulz kämpfen um den Ball. FOTO: DPA

Eine gute Halbzeit reicht nicht

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Eintracht Frankfurt kann einfach nicht mehr gewinnen. Das Remis gegen Dortmund tut dennoch gut. Bis Weihnachten soll das Punktekonto noch aufgestockt werden.

Die Remis-Serie von Eintracht Frankfurt wird auch Trainer Adi Hütter langsam unheimlich. "Sieben Unentschieden in zehn Spielen - das hatte ich in meiner Karriere noch nie", sagte der 50-Jährige nach dem 1:1 (1:0) gegen Borussia Dortmund. "Es ist momentan nicht einfach, Spiele zu gewinnen, aber auch nicht, uns zu schlagen."

Mit dem Punkt gegen den Champions-League-Teilnehmer konnten die seit sieben Spielen sieglosen Hessen am Ende ganz gut leben, auch wenn mehr drin war. "In der ersten Halbzeit habe ich eine tolle Leistung meiner Mannschaft gesehen. Das war mit das Beste in dieser Saison", lobte Hütter. "Darüber freue ich mich sehr." Einziges Manko: Mehr als das zweite Saisontor von Daichi Kamada (9. Minute) sprang für die Hausherren nicht heraus.

Das rächte sich in der zweiten Halbzeit, als die Gäste ihre individuelle Klasse ausspielten und die Eintracht mächtig unter Druck setzten. "Nach dem Wechsel haben wir es nicht mehr geschafft, für Entlastung zu sorgen", monierte Hütter. "Das war ärgerlich." Der Ausgleich durch Giovanni Reyna (56.), der Nationaltorwart Kevin Trapp mit einem tollen Schuss in den Winkel überwand, fiel daher folgerichtig.

Mehr ließen die Hessen jedoch nicht zu und blieben damit zum neunten Mal in dieser Saison unbezwungen. "Die Jungs haben alles reingehauen. Das ist das Wichtigste und Entscheidende", stellte Sportvorstand Fredi Bobic zufrieden fest. Mit 13 Punkten verharren die Frankfurter im Tabellenmittelfeld der Fußball-Bundesliga. "Hätten wir dreimal verloren und viermal gewonnen, wären wir weiter", rechnete Hütter vor.

Am kommenden Freitag geht es zum VfL Wolfsburg. "Vielleicht haben wir mal das Quäntchen Glück und siegen wieder", sagte Bobic. Eventuell kann dann Amin Younes wieder helfen, der gegen den BVB kurzfristig passen musste. "Er hat sich im Training weh getan und war nicht zu 100 Prozent fit. Deshalb habe ich ihn aus dem Kader genommen", berichtete Hütter und räumte ein: "Er hätte uns in der zweiten Halbzeit sicher sehr gut getan. Ich hoffe, er ist nächste Woche wieder dabei."

Noch wichtiger wird es sein, "mal zwei Halbzeiten gut zu spielen", wie Sebastian Rode anmerkte. Der Mittelfeldspieler war gegen seinen Ex-Klub einer der auffälligsten Eintracht-Akteure, wandelte nach einem rüden Foul gegen Reyna aber am Rande eines Feldverweises und wurde von Hütter nach 66 Minuten aus dem Spiel genommen.

Ähnliche Töne waren von Aymen Barkok zu vernehmen. "Wir müssen mal wieder einen Sieg landen, die Qualität dazu haben wir", sagte er. Der Mittelfeldspieler stand erstmals nach seiner Corona-Erkrankung wieder in der Startelf und hielt 74 Minuten durch. "Mir geht’s gut, ich bin gesund. Ich hatte keine starken Symptome, nur an einem Tag extreme Kopfschmerzen", berichtete Barkok und gab die Marschroute vor: "Aus den drei Spielen bis Weihnachten möchten wir gerne sieben Punkte holen."

Erling Haaland wird derweil bei Borussia Dortmund im Titelkampf schon jetzt schmerzlich vermisst. Der Ausfall des verletzten Mittelstürmers bremste die Angriffswucht des Vizemeisters in Frankfurt merklich - zumal die gewagten personellen Rochaden von Trainer Lucien Favre in der Offensive nicht aufgingen. "Natürlich weiß man, wie wichtig Erling ist. Seine Läufe in die Tiefe fehlen uns", sagte Lucien Favre.

Eine Rückkehr des norwegischen Nationalspielers in diesem Jahr schloss Lizenzspielerchef Sebastian Kehl aus. "Erling ist insgesamt ein sehr optimistischer Mensch, deshalb wird er bald zurückkommen. Aber in diesem Jahr sind die Wahrscheinlichkeiten nicht mehr gegeben", stellte Kehl klar.

Die Probleme waren allerdings auch ein wenig hausgemacht. Marco Reus schmorte 90 Minuten lang auf der Bank, was Favre mit der hohen Belastung begründete. Sein Versuch mit Julian Brandt als Haaland-Vertreter erwies sich eine Halbzeit lang als untauglich, weshalb der BVB-Trainer den Nationalspieler mit Wiederbeginn ins Mittelfeld zurückzog und dafür den erst 16 Jahre alten Youssoufa Moukoko als einzige Spitze brachte. Mit dem unbekümmerten Youngster veränderte sich die Statik des Spiels, auch wenn er in seinem ersten 45-Minuten-Auftritt noch kein entscheidender Faktor war.

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