Benjamin Pavard muss auf der rechten Münchner Abwehrseite endlich wieder liefern. FOTO: DPA
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Benjamin Pavard muss auf der rechten Münchner Abwehrseite endlich wieder liefern. FOTO: DPA

Eine "Bestmarke", die nervt

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Bayern-Trainer Hansi Flick fordert von seinen Stars in Mönchengladbach endlich einmal wieder mehr defensive Stabilität und vor allem in der Anfangsphase eines Spiels mehr "Haltung".

Auf seine unzähligen Rekorde ist der FC Bayern immens stolz, doch die jüngste "Bestmarke" nervt die Münchner gewaltig. Achtmal in Folge geriet der Triple-Gewinner zuletzt mit 0:1 in Rückstand - Trainer Hansi Flick fordert deshalb vor dem schweren Auswärtsspiel am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) bei Borussia Mönchengladbach vehement ein Ende dieser wenig rühmlichen Negativserie.

"Mir gefallen diese Rückstände nicht. Wir brauchen von Anfang an eine andere Einstellung. Es geht darum, sofort auf dem Platz zu sein. Für alle ist es besser, wenn wir mal wieder zu null spielen", betont Flick. Er erwarte, fügte er am Donnerstag mit Nachdruck an, "eine andere Haltung, eine andere Dynamik, mehr Intensität, mehr Überzeugung". Man könne den Gegner nicht einfach laufen lassen, so Flick, "und dann auf ›Manu‹ hoffen".

Kapitän Manuel Neuer rettete den Bayern zuletzt einige Male mit Weltklasseparaden die Bilanz - weshalb es wenig verwundert, dass Flick endlich einmal wieder auf mehr Stabilität seiner Defensive hofft. Diese war in der vergangenen Erfolgssaison noch das Prunkstück, wackelt in dieser Spielzeit aber bedenklich. Die Bayern haben schon 21 Gegentore in 14 Ligaspielen kassiert.

Entschieden zu viel für Flick, sein Gladbacher Kollege Marco Rose sieht aber genau darin die Chance für eine Überraschung. "Die Bayern verteidigen gerne sehr hoch, weil es ihnen auch vorne hilft", sagte Rose: "Das verursacht in anderen Räumen die Chance, als Gegner reinzustoßen. Das ist ein offenes Geheimnis." Dies gelte es, "konsequent und konstant zu nutzen".

Zuletzt war das Mainz eine Halbzeit lang sehr gut gelungen. Nach 0:2-Rückstand hatte Flick deshalb zur Pause sogar sein Herzstück Joshua Kimmich "geopfert" und den Führungsspieler aus der Mittelfeldzentrale auf die Position des Rechtsverteidigers zurückgezogen - das Ergebnis: 5:2. Vor Gladbach schloss er eine dauerhafte Umstellung aber aus. "Jo wird auf der Sechs spielen", sagte Flick bestimmt, auch wenn Weltmeister Benjamin Pavard derzeit erheblich schwächelt und Sommerzugang Bouna Sarr bisher noch nicht ansatzweise zeigen konnte, dass er die erhoffte Verstärkung ist. Möglicherweise verteidigt deshalb Niklas Süle rechts.

So oder so: Die Bayern sind gewarnt - angesichts der Statistik (die letzten drei Hinrunden-Duelle gewann die Borussia), angesichts der eigenen Defensiv-Probleme und angesichts eines Gegners, der großes Potenzial besitzt, dem aber die Konstanz fehlt.

"Das ist eine sehr starke Mannschaft, da müssen wir aufpassen. Da würde ich nicht so gerne in Rückstand geraten, die haben da vorne gute Leute", sagt Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic bei Sky. Er glaube aber, "dass unsere Mannschaft das anders anpacken wird". Sollte sie auch: Seit Sommer 2014 holte kein anderer Bundesligist so viele Punkte gegen die Münchner wie Gladbach (17 aus 12 Spielen)

Bei den Bayern ist der Einsatz von Nationalspieler Serge Gnabry weiter sehr fraglich. Man müsse abwarten, "er hat immer noch Schmerzen", sagte Flick. Gnabry hatte sich gegen Mainz eine Prellung mit Bluterguss oberhalb des Schienbeins zugezogen. Dafür können die Münchner wie erhofft wieder mit dem zuletzt angeschlagenen Kingsley Coman planen. Bei Gladbach fehlt Valentino Lazaro wegen einer Muskelverletzung, dafür ist Stürmer Alassane Plea wieder ein Startelf-Kandidat.

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