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Gleich kracht es: Moritz Wagner hat den Brasilianer Lucas Dias (18) versetzt und erzielt beim 75:64-Sieg der deutschen Auswahl zwei seiner insgesamt 28 Punkte.

Ein Traum wird wahr

  • VonDPA
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(dpa/sid). Center Johannes Voigtmann weinte in den Armen von Bundestrainer Henrik Rödl, der fehlende NBA-Star Dennis Schröder bejubelte seine Teamkollegen von der Tribüne. Die deutschen Basketballer haben sich den Traum von der ersten Olympia-Teilnahme seit 2008 mit einer beeindruckenden Energieleistung erfüllt. Das Team von Rödl gewann am Sonntagabend in Split das Finale des Qualifikationsturniers gegen Brasilien mit 75:

64 (36:34) und sicherte sich das Ticket nach Tokio.

»Das ist einfach nur krass«, sagte ein völlig überwältigter Voigtmann. »Das ist definitiv der emotionalste Moment in meiner Karriere«, sagte der Center von ZSKA Moskau, der eine rauschende Party ankündigte: »Wir werden auf jeden Fall ins Meer gehen, das kann ich versprechen.« Auch Kapitän Robin Benzing sagte eine große Feier voraus: »Ich hoffe, ich überlebe das.«

Bundestrainer Rödl war so emotional, dass er in der Mixed Zone keine Worte fand. Mehrmals setzte er an, ehe er mit Tränen in den Augen verschwand. Erst in der Pressekonferenz brachte er ein paar Worte heraus. Rödl: »Das ist ein ganz spezieller Moment für uns alle. Für uns alle ist ein Traum wahr geworden. Wir werden wie verrückt feiern.«

Nach ihrem Triumph klatschten alle Spieler mit Schröder ab, der Aufbauspieler der Los Angeles Lakers hatte kurzfristig für das Turnier wegen ungeklärter Versicherungsfragen passen müssen. Für ein Gruppenfoto versammelte sich das komplette Team hinter einem symbolischen Ticket für den Trip in die japanische Hauptstadt.

Bester deutscher Werfer gegen starke Südamerikaner war NBA-Profi Moritz Wagner mit 28 Punkten, der auch als wertvollsten Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde. Zuletzt war die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes vor 13 Jahren in Peking mit Superstar und Fahnenträger Dirk Nowitzki bei den Olympischen Spielen dabei. In Tokio warten auf die deutsche Mannschaft lösbare Aufgaben. Die DBB-Auswahl trifft in der Gruppe B auf Australien, Nigeria sowie Serbien oder Italien. Die Vorrunde beginnt am 25. Juli mit einem Duell gegen Serbien oder Italien.

Nach den beiden mühevollen Vorrundensiegen über Mexiko (82:76) sowie Russland (69:67) und der überzeugenden Vorstellung beim Halbfinalerfolg gegen Gastgeber Kroatien (86:76) am Samstag stand die deutsche Mannschaft am Sonntagabend vor der mit Abstand schwierigsten Aufgabe. Denn die starken Brasilianer hatten ihre drei Spiele in Split jeweils mit mehr als 25 Punkten Unterschied gewonnen.

Das deutsche Team musste in der Spaladium Arena auf Isaac Bonga verzichten. Der NBA-Profi war im Halbfinale gegen Kroatien am Samstag umgeknickt und musste passen. Rödl setzte in seiner Starting Five auf Erfahrung und brachte unter anderem den Berliner Maodo Lo, der am Tag zuvor gegen den Turnier-Gastgeber mit 29 Punkten überragt hatte. Nach dem ersten Viertel lag Deutschland knapp hinten (14:17), führte nach einem Lauf mit 34:23 (18.) und zur Halbzeit noch mit 36:34. Und das deutsche Team kam stark aus der Pause (51:42/29.) und lag drei Minuten vor Schluss mit 67:56 vorn. In der Schlussphase behielten Kapitän Benzing und Co. die Nerven, der Rest war einfach nur noch pure Freude.

Beste Werfer gegen Brasilien: Wagner (28), Benzing (13), Lo (10), Giffey und Voigtmann (je 8); Varejao (14) für Brasilien. - Beste Werfer gegen Kroatien: Lo (29), Saibou (13), Obst (11), Barthel (9); Bogdanovic (38) für Kroatien.

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