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Lagebesprechung: Der neue Bundestrainer Gordon Herbert (r.) verliert mit dem DBB-Team zum Auftakt der WM-Qualifikation mit 66:69 gegen Estland.

Ein Tiefschlag zum Auftakt

Damit hätte keiner gerechnet: Deutschlands Basketballer verpatzen den Start in der WM-Quali gehörig und verlieren gegen Estland. Bundes- trainer Herbert hatte sich seinen Einstand ganz anders vorgestellt.

Die deutschen Basketballer winkten noch freundlich ins Publikum, doch zum Lachen war Robin Benzing und Co. nach der sportlichen Blamage gegen Estland wirklich nicht mehr zumute. Das Nationalteam und der neue Bundestrainer Gordon Herbert haben zum Auftakt der WM-Qualifikation einen gewaltigen Fehlstart hingelegt. Ein von zahlreichen Ausfällen geschwächtes Rumpfteam verlor am Donnerstag in Nürnberg mit 66:69 (34:30) gegen den Außenseiter und ist nach dem ersten von sechs Gruppenspielen schon unter Druck.

Beste deutscher Werfer vor 1000 Zuschauern waren Christian Sengfelder (21/Bamberg) und Kapitän Benzing (13/Bologna), doch gegen die besonders von der Dreierlinie starken Esten reichte es nicht. Kaspar Treier und Kristian Kullamae (je 15) waren für die Gäste am erfolgreichsten. »Wir sind alle einfach enttäuscht«, sagte Sengfelder. Herbert sah besonders getroffen aus. »Wir haben zu viele einfache Würfe abgegeben. Es ist, wie es ist«, sagte der 62-Jährige.

Damit startet Herbert mit einer massiven Hypothek in seine Amtszeit. Um nach dem Fehlstart im Rennen um die 32 WM-Tickets zu bleiben, ist ein Sieg für Benzing und Co. am Sonntagabend (20 Uhr/Magentasport) in Polen schon fast Pflicht. Herbert, der im deutschen Basketball die Großprojekte Heim-EM 2022 und WM 2023 in Japan, Philippinen und Indonesien verantworten soll, hatte nur wenige Topspieler zur Verfügung. Alle sieben NBA-Profis sind nicht dabei, die Spieler von Meister Alba Berlin und Pokalsieger Bayern München spielten am gleichen Abend in der Euroleague.

Schon der Start verlief nicht nach Plan. In kürzester Zeit geriet das deutsche Team mit 0:6 in Rückstand. Die vom jungen Aufbauspieler Justus Hollatz angeleitete Mannschaft leistete sich sehr viele leichte Ballverluste. Wichtig war Routinier Benzing, der acht schnelle Punkte beisteuerte. Kurz vor der Halbzeit setzte sich Deutschland ein wenig ab.

Nach dem Wechsel wurde es aber kein Stück einfacher. Zwar setzte Karim Jallow mit einem unbedrängten Dunk das erste Ausrufezeichen, doch Estland wollte einfach nicht nachlassen. Der Gegner traf Dreier um Dreier und setzte sich im dritten Viertel zeitweise mit sechs Punkten Vorsprung ab. Bundestrainer Herbert wirkte an der Seitenlinie ratlos. Im Schlussviertel entwickelte sich ein packendes Duell mit mehreren Führungswechseln. Am Ende blieben die Esten cool und setzten sich in letzter Minute durch.

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