Trainer Bo Svensson ist der neue Hoffnungsträger in Mainz. DPA
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Trainer Bo Svensson ist der neue Hoffnungsträger in Mainz. DPA

"Ein Stück Mainz 05"

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Jürgen Klopp und Thomas Tuchel haben Bo Svensson geprägt. Der neue Trainer des FSV Mainz 05 will allerdings seine eigene Geschichte schreiben - und seinen Herzensklub vor dem Absturz in die 2. Liga retten.

Bei der Frage nach den Star-Trainern Jürgen Klopp und Thomas Tuchel huschte Bo Svensson ein Lächeln über das Gesicht. "Sehr viel" habe er von beiden mitgenommen, versicherte der neue Trainer des FSV Mainz 05 zum Start in seine Rettungsmission: "Ich wäre blöd, wenn ich das nicht gemacht hätte." Vor allem aber habe die Zeit als Spieler unter den Lehrmeistern Klopp und Tuchel "die Lust in mir geweckt, Trainer zu werden".

Bei den abstiegsbedrohten Rheinhessen muss der Neuling auf großer Bühne nun umgehend zeigen, was er von seinen früheren Chefs gelernt hat. "Eine besondere Entscheidung" sei es gewesen, erklärte der Rückkehrer: "Mainz hat eine besondere Bedeutung in meinem Herz." Am Bruchweg wartet nach nur sechs Punkten aus 14 Fußball-Bundesliga-Spielen gleich eine Herkulesaufgabe. Doch Svensson ist kein Feuerwehrmann, das zeigt auch der über dreieinhalb Jahre gültige Vertrag. Vielmehr soll der Däne den Verein langfristig in die richtige Spur führen - wenn es sein muss auch in der 2. Liga. Es gehe zwar darum, "in der Liga zu bleiben. Wir müssen aber auf mehreren Ebenen arbeiten und den Blick darauf werfen, wie wir die Zukunft von Mainz 05 besser gestalten", sagte er.

Es ist die Rückkehr zum Mainzer Weg mit einem Trainer, der wie Klopp oder Tuchel aus dem eigenen Stall kommt. Svensson ist das letzte Puzzleteil in der Neuaufstellung. Die Hoffnungen eines ganzen Klubs ruhen auf dem 41-Jährigen, der die Vereins-DNA bereits in den 122 Spielen als Profi verinnerlichte. Schon die Rückkehr von Sportvorstand Christian Heidel und Sportdirektor Martin Schmidt hatte für neue Zuversicht gesorgt.

Heidel und Co. sind "überzeugt", dass der Nachfolger von Jan-Moritz Lichte aus der lange Zeit leblosen Gruppe eine echte Mannschaft formen kann. Der neue Trainer wisse, "wie sich unser Fußball anfühlen muss", schwärmte Heidel: "Wir wollen mit Bo ein neues Projekt bei Mainz 05 starten. Er ist ein Stück Mainz 05. Er kennt den Weg, den wir gehen möchten."

Svensson gilt als besonnener, ruhiger und bodenständiger Typ, der aber auch auf den Tisch hauen kann. Womöglich ist es die passende Mischung für das aufgewühlte Umfeld. Mit "Mainzer Tugenden" soll die Mannschaft für Ruhe im Verein sorgen. Das heißt: Nach vorne verteidigen und schnelles Umschalten. "Das wird knallhart durchgezogen", kündigte Svensson an. Bestenfalls bereits am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Derby gegen Eintracht Frankfurt.

Wieder mehr Zeit mit der Familie

In Mainz schnupperte er in der Saison 2014/15 als Assistent von Schmidt erstmals Bundesliga-Luft auf der Bank. Nach vier überzeugenden Jahren im Jugendbereich ging Svensson den nächsten Schritt außerhalb seines Herzensvereins - sein Weggang zum FC Liefering im Sommer 2019 schmerzte die 05er.

Der Stadt und dem Verein blieb er verbunden, seine Familie lebte auch nach dem Wechsel nach Österreich weiter in Mainz. "Meine Kinder sind hier zur Schule gegangen. Das hat eine große Rolle gespielt", sagte Svensson. Nun ist er zurück, weil Heidel wie so oft den Personen vertraut, die er kennt. So war es schon bei Klopp und Tuchel.

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