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Groß ist die Freude bei Mannheims Siegtorschütze Nicolas Krämmer (r.) und Taylor Leier nach dem Halbfinaleinzug. DPA

Ein kleines Wunder

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(sid). Mit dem Mut der Verzweiflung griff Pavel Gross in die Trickkiste. Gut zehn Minuten vor dem Ende des Schlussdrittels holte der Meistertrainer der Adler Mannheim den Torhüter im Showdown gegen die Straubing Tigers vom Eis, in Überzahl, beim Stand von 0:3. “Wir hatten da nichts zu verlieren„, erklärte Gross später erleichtert, als sein Plan aufgegangen und der Titelverteidiger auch dank seines Kniffs ins Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) eingezogen war.

Mit 4:3 (0:2, 0:1, 3:0, 1:0) nach Verlängerung setzten sich die Mannheimer dank einer spektakulären Aufholjagd im entscheidenden dritten Viertelfinalspiel durch. In der Vorschlussrunde geht es schon ab heute (20.15 Uhr/MagentaSport) gegen die Grizzlys Wolfsburg, die ebenfalls in die Overtime mussten und ihre Serie durch ein 3:2 (1:0, 1:1, 0:1, 1:0) bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven mit 2:1 gewannen.

Dass die Adler weiter dabei sind, ist ein kleines Wunder. Durch die Herausnahme von Goalie Dennis Endras bekam Mannheim eine 6:4-Überzahl, Sinan Akdag (50.) nutzte sie - und Gross nahm nach der nächsten Strafe für die Straubinger wieder Endras runter. Brendan Shinnimin (52.) traf zum 2:3, Thomas Larkin (55.) glich bei gleicher Mannstärke zum 3:3 aus. Für den “sudden death„ sorgte Nico Krämmer (71.). “Wir mussten irgendwie ein Momentum kreieren, und manchmal ist es ein Check und manchmal halt ein 6:4 in dieser Zeit„, sagte Gross hinterher erleichtert.

Auch die Eisbären Berlin machten es spannend, nach einem 0:2 drehte der Favorit auf und setzte sich gegen die Iserlohn Roosters mit 5:3 (0:2, 4:1, 1:0) durch. Es geht für den Hauptstadtklub nun gegen den ERC Ingolstadt, der Titelkandidat Red Bull München überraschend mit 2:0 in der Best-of-three-Serie ausgeschaltet hatte.

Nationalteam verliert zweimal

Das stark ersatzgeschwächte Nationalmannschaft hat unterdessen auch das zweite WM-Testspiel gegen die Slowakei verloren. Einen Tag nach dem 3:4 (2:0, 1:2, 0:1, 0:0) nach Penaltyschießen zog das Team von Bundestrainer Toni Söderholm am Sonntag in Pistian mit 1:2 (0:0, 1:1, 0:1) den Kürzeren. Deutscher Torschütze war Daniel Schmölz (39.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich, der Nürnberger hatte auch am Samstag einmal getroffen - zudem Laurin Braun (10.) und Debütant Alexander Ehl (29.)

Noch mit einer Rumpfauswahl absolviert Söderholm während der laufenden Playoffs in der DEL die erste Vorbereitungsphase auf die Weltmeisterschaft in Riga vom 21. Mai bis 6. Juni. Für ihn geht es insbesondere darum zu testen. Im zweiten Spiel gab Söderholm den Torhüter-Talenten Hendrik Hane und Mirko Pantkowski Bewährungschancen.

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