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Der umstrittene Aufbauspieler Joshiko Saibou (r. der Mexikaner Fabian Jaimes) erzielt 17 Punkte beim Sieg des deutschen Teams zum Auftakt der Olympia-Qualifikation.

Ein Holperstart

  • VonDPA
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(dpa). Dennis Schröder ließ den Abend nach dem Zittersieg gegen Mexiko am Pool seiner Ferienwohnung ausklingen. Der NBA-Star darf beim olympischen Qualifikationsturnier wegen ungeklärter Versicherungsfragen zwar nicht mitspielen, dennoch ließ er es sich nicht nehmen, die deutsche Basketball-Mannschaft in Split zu unterstützen. Mit einem Teil seiner Familie war der 27-Jährige privat nach Kroatien gereist.

Kontakt zu seinen Teamkollegen darf er in Split wegen der strengen Corona-Regeln keinen haben, seine Anwesenheit gab der deutschen Mannschaft aber auch von der Tribüne aus einen Schub. »Das zeigt, was ihm die Nationalmannschaft bedeutet«, sagte Bundestrainer Henrik Rödl anerkennend. Ohne Schröder schrammte die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes beim 82:76 gegen Außenseiter Mexiko am Dienstag nur knapp an einer Blamage vorbei. Es herrschte daher vor allem Erleichterung, als die Mannschaft am Abend ins Team-Quartier zurückkehrte. Dort stand am Mittwoch in erster Linie Erholung auf dem Programm. »Den freien Tag nehmen wir für den Körper gerne mit«, sagte Andreas Obst.

Im Hotel Amphora sollten die Akkus wieder aufgeladen werden, um am Donnerstag (16.30 Uhr/Magentasport) gegen Russland den nächsten Schritt zur Verwirklichung des olympischen Traums zu gehen. Dafür kann sich das deutsche Team nach dem überraschenden 72:64 von Mexiko gegen Russland am Mittwoch sogar eine knappe Niederlage mit sechs Punkten Differenz leisten. Mexiko steht bereits als erstes Team im Halbfinale.

Gestört wird der Fokus auf den Basketball aber auch weiter von den Diskussionen um die Nominierung des umstrittenen Joshiko Saibou. Der 31-Jährige hatte im vergangenen Jahr an Demonstrationen gegen die staatlichen Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie teilgenommen, bei der auch viele Verschwörungstheoretiker und rechte Gruppierungen mitmarschiert waren. Im einem Interview hatte er sich kurz vor dem Turnier zwar von Verschwörungstheorien und rechten Gruppen distanziert, seine Teilnahme an den Demonstrationen aber nicht als Fehler angesehen.

Das Thema sorgt auch in der Mannschaft für Gesprächsbedarf. So sagte Niels Giffey (Berlin), dass er ein längeres Gespräche mit Saibou geführt habe, mit dem er seit vielen Jahren befreundet ist. »Das Thema ist so sensibel, dass man es nicht in einem Fünf-Minuten-Instagram-Clip darstellen kann. Das muss man innerhalb eines langen Gespräches machen, und das haben wir getan«, sagte Giffey. Der Verband will das Thema am liebsten abhaken. »Wir brauchen jetzt Ruhe. Von daher werden wir uns an keinen Diskussionen mehr beteiligen«, sagte DBB-Vizepräsident Armin Andres im Podcast Abteilung Basketball.

Sportlich soll gegen Russland auch mit Saibou, der gegen Mexiko mit 17 Punkten bester Werfer war, der zweite Sieg her. Dafür ist eine deutliche Steigerung nötig. Russland heute Nachmittag und die möglichen Halbfinal- und Finalgegner Brasilien und Gastgeber Kroatien werden die deutsche Mannschaft deutlich mehr fordern.

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