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Bis zu 2000 Fans dürfen am Samstag voraussichtlich Union Berlin im Stadion unterstützen.

Ein Hoffnungsschimmer

  • VonSID
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(sid). Das Timing hätte für Union Berlin besser nicht sein können. Da haben die Eisernen am Samstag die große Chance, erst zum zweiten Mal in der Klubgeschichte in den Fußball-Europapokal einzuziehen - und das sogar noch vor Zuschauern. Mit bis zu 2000 Fans im Stadion an der Alten Försterei dürfen die Köpenicker gegen RB Leipzig den Abschluss ihrer erfolgreichen Saison feiern, es ist zum Ende der ersten kompletten Corona-Spielzeit aber nicht der einzige Hoffnungsschimmer.

Denn auch andernorts kehrt Leben auf die Tribünen zurück. Die TSG Hoffenheim darf am letzten Bundesliga-Spieltag gegen Hertha BSC zumindest 100 Besucher empfangen (wenn sie die Möglichkeit nutzt), wesentlich voller wird es an der Ostsee. Nach neun Jahren Drittklassigkeit kann Hansa Rostock die Rückkehr in die 2. Liga vor 7500 Fans klarmachen. Es ist ein Vorgeschmack darauf, was alle Klubs nach der Sommerpause erwarten könnte.

Noch fehlt zur Normalität aber ein gutes Stück - das zeigt allein der derzeitige Flickenteppich in der Zuschauerfrage. In Nordrhein-Westfalen muss beispielsweise auch der 1. FC Köln sein »Abstiegsendspiel« und Zweitligist VfL Bochum sein mögliches Aufstiegs-Meisterstück wegen zu hoher Inzidenzen zu Wochenbeginn ohne Fans bestreiten. In München darf Meister FC Bayern seinen Erfolgstrainer Hansi Flick trotz stark zurückgegangener Inzidenzen (Dienstag: 53,8) nicht vor Zuschauern verabschieden. In der bayerischen Landeshauptstadt sind bis 2. Juni keine Spiele vor Zuschauern erlaubt. Nur 13 Tage später soll in der Allianz-Arena das erste EM-Gruppenspiel der DFB-Elf gegen Weltmeister Frankreich angepfiffen werden - nach Wunsch der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vor bis zu 14 500 Zuschauern.

Wie das funktionieren könnte, demonstriert im Kleinen Union Berlin. Wenn die Eisernen am Samstag um den Einzug in die Conference League spielen, müssen Zuschauer einen negativen Corona-Test vorweisen - außer sie sind vollständig geimpft oder von einer Corona-Erkrankung genesen. Alles natürlich vorausgesetzt, der Inzidenzwert für Berlin bleibt unter 100.

Dass die Corona-Lage aber mancherorts immer noch prekär ist, machte Zweitligist Holstein Kiel mit einem bemerkenswerten Schritt deutlich. Die Störche werden am Sonntag ohne Fans um den direkten Aufstieg in die Bundesliga kämpfen - obwohl aufgrund niedriger Inzidenzwerte sogar Anhänger in begrenzter Zahl erlaubt gewesen wären. Der Profifußball sollte für sich keine »Sonderrolle in der Gesellschaft reklamieren«, begründete Klubpräsident Steffen Schneekloth den freiwilligen Verzicht. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) lobte diese Entscheidung als »Ausdruck großer Verantwortung der Vereinsführung«.

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