Uwe Rösler (unten) löst Friedhelm Funkel als Trainer in Düsseldorf ab. FOTOS: AFP/DPA
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Uwe Rösler (unten) löst Friedhelm Funkel als Trainer in Düsseldorf ab. FOTOS: AFP/DPA

Düsseldorf feuert Funkel

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(sid). Am Montag noch schleppte Uwe Rösler Umzugskartons auf Mallorca, zwei Tage später trat er bei Fortuna Düsseldorf in riesige Fußstapfen. Als sich der Nachfolger von Friedhelm Funkel am Mittwoch um 13.05 Uhr auf seinem ersten Bundesliga-Trainerstuhl niederließ, spürte er die Last und Verantwortung auf seinen Schultern sofort.

"Friedhelm hat hier Geschichte geschrieben", sagte der 51-Jährige, der bei den in Not geratenen Rheinländern nun seinen ganz eigenen Weg bestreiten möchte. "Der Traum, in der Bundesliga zu trainieren, war immer da. Ich habe keinen Moment gezögert." Die Aufgabe des ehemaligen Profis von Manchester City könnte dabei kaum größer sein. Er muss dem ans Tabellenende abgestürzten Traditionsklub neues Leben einhauchen, gerade in der harmlosen F95-Offensive binnen kurzer Zeit für viel mehr Durchschlagskraft sorgen. "Wir müssen mindestens sechs Spiele gewinnen", rechnete Rösler vor. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt kann und muss er damit beginnen.

Düsseldorfs Sportvorstand Lutz Pfannenstiel verteidigte gegenüber den zahlreich erschienenen Medienvertretern die überraschende wie geräuschvolle Entscheidung, den beliebten Funkel nach dem 0:3 in Leverkusen am Sonntag vor die Tür zu setzen. "Ich habe mir das Spiel in der Nacht auf Montag zweimal angeschaut", berichtete Pfannenstiel, "es war in Ordnung, mehr aber nicht".

Diese Analyse habe ihn und die weiteren Vorstandsmitglieder dazu bewogen, einen "neuen Impuls" setzen zu wollen.

Die Verkündung der Personalie hatte für reichlich Aufsehen gesorgt. Noch am Dienstagabend hatte der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga dem 66-Jährigen zur Wahl als "Trainer des Jahres" der Landeshauptstadt gratuliert. Auf einem ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Ankündigungsplakat auf das Frankfurt-Spiel ist Funkel mit der Aufschrift "Wir vertrauen nur einer Bank" abgebildet. Zwölf Stunden später wirkte das wie ein schlechter Witz.

Die Fans reagierten in den Sozialen Netzwerken überwiegend mit Wut und Unverständnis - weil viele ihren Trainer nicht richtig wertgeschätzt fühlten.

Für den 66-jährigen Funkel ist der Abschied aus Düsseldorf auch einer von der Fußball-Bühne. "Meine Trainerkarriere ist beendet", verkündete er im Interview mit Sky Sport News HD.

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