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jubeln? Patrick Mahomes (l.), Quarterback der Kansas City Chiefs? Oder Tom Brady, der Tampa Bay zum Sieg führen will?

Duell der Generationen

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(sid). Am Eingang des Raymond James Stadiums gibt es das Rundum-sorglos-Paket. Zum sogenannten PPE-Kit für die Zuschauer gehört eine weiße Gesichtsmaske mit dem Logo des Super Bowl LV, auch Desinfektionsgel für die Hände und ein Hinweiskärtchen sind dabei. Bei der 55. Auflage des Football-Spektakels gelten ausnahmsweise nicht nur auf dem Feld strenge Regeln.

Nur 25 000 Fans dürfen beim »Corona Bowl« in Tampa/Florida dabei sein, unter ihnen sind 7500 (geimpfte) Pflegekräfte, die von der National Football League (NFL) als Dank für den Einsatz in der Pandemie Freikarten erhielten. Auch sie müssen Masken tragen, wenn sie nicht »aktiv essen oder trinken«, wie es in den Anweisungen heißt. Und auch sie müssen Abstandsregeln einhalten, auf der Tribüne, im Fahrstuhl (»steht in den Ecken«), auf der Rolltreppe.

Beim etwas anderen Super Bowl läuft zumindest sportlich alles wie fast immer. Tom Brady steht mal wieder im Blickpunkt, mit der mittlerwei- le zehnten Finalteilnahme schreibt der Superstar Geschichte, mit seinen 43 Jahren und 188 Tagen ist der Quarterback auch der älteste Spieler, der jemals in einem Endspiel der US-Profiliga aufgelaufen ist.

Aber das ist nicht alles. Gewinnt Brady, der GOAT (Greatest Of All Time), der Größte aller Zeiten, in der Nacht zum Montag (0.30 Uhr/ProSieben und DAZN) am Ende seiner ersten Saison bei den Tampa Bay Buccaneers den Titel, darf er die Vince Lombardi Trophy im eigenen Stadion in die Höhe strecken. Keine Franchise hat jemals zu Hause um den großen Preis gespielt.

Im Weg stehen die Kansas City Chiefs, der Titelverteidiger mit Spielmacher Patrick Mahomes (25), der sechs Jahre alt war, als sein Gegenüber erstmals im Super Bowl auflief. Bei den Buchmachern sind die Chiefs Favorit, doch Brady, der sechsmal mit den New England Patriots triumphierte, ist bekanntlich alles zuzutrauen.

Es kommt zum Duell der Generationen, und Mahomes gilt als Bradys designierter Nachfolger. Er wird wohl das Gesicht der Liga sein, wenn der Dauersieger mal aufhört. Allein deshalb ist das Spiel so interessant. »Das ist so, als würden LeBron (James) und (Michael, d. Red.) Jordan im NBA-Finale gegeneinander spielen«, sagte etwa der frühere Quarterback und heutige TV-Experte Tony Romo. Zu diesem Gigantenduell ist es im Basketball nie gekommen.

Fernab vom Sport dominiert Corona den Super Bowl, der wieder gut 100 Millionen Amerikaner vor die Bildschirme ziehen wird. Möglichst im eigenen Wohnzimmer, im Familienkreis sollen die Footballfans das Spiel schauen, und nicht zusammen mit ihren Freunden. »So spaßig Super-Bowl-Partys auch sind, es ist nicht die Zeit dafür«, sagte Virologe Anthony Fauci, medizinischer Chefberater von US-Präsident Joe Biden.

Verboten ist das traditionelle Tailgating auf dem Parkplatz vor der Arena, wo sich die Fans um die offenen Heckklappen (Tailgate) ihrer Pick-ups versammeln, grillen und Bier aus Kühlboxen trinken. Abgesehen von den 25 000 Glücklichen mit Tickets müssen alle vor den Fernseher. Für die Halbzeit-Show sorgt Sänger The Weeknd, der dafür sieben Millionen Dollar aus der eigenen Tasche investiert. Es bleibt ein Megaevent, auch inmitten der Pandemie.

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