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Duell der Ausnahmetorhüter

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(dpa). Unter einem ausnahmsweise wolkenverhangenen Himmel absolvierte Manuel Neuer ein letztes intensives Torwarttraining an der Algarve. Es waren aber noch keine raffinierten Schüsse von Weltfußballer Lionel Messi, nach denen der Kapitän des FC Bayern am Mittwoch auf dem Trainingsplatz in Lagos hechtete, sondern nur die von Toni Tapalovic. Immerhin: Der Münchner Torwarttrainer schießt wie der Argentinier mit links, der Ernstfall konnte also geprobt werden.

Ein Neuer in Bestform dürfte notwendig sein beim Kra- chereinstieg der Bayern in das Champions-League-Finalturnier an diesem Freitag (21 Uhr/Sky) in Lissabon. Im Estádio da Luz kommt es für Neuer aber nicht nur zum wahrhaftigen Duell mit Messi, sondern auch zum Duell mit Marc-André ter Stegen, dem Torwart-Rivalen aus der Nationalelf.

Das Viertelfinale Bayern gegen Barcelona bedeutet ja auch Neuer kontra ter Stegen, Deutschlands Langzeit-Nummer-1 gegen den ewigen Kronprinzen, der nur im Tor der Katalanen die erste Besetzung ist. Fast 100 Meter werden die Torwart-Rivalen auf dem Platz trennen, trotzdem ist es ein direktes Aufeinandertreffen.

"Beide sind top", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge, "ich hoffe, dass Manuel zu null hält. Wenn er zu null hält, haben wir ordentliche Voraussetzungen, dass wir das Halbfinale erreichen."

"Ich glaube, man kann schon sagen, dass das die beiden besten Torhüter auf der Welt sind", sagte Bayern-Profi Leon Goretzka über die Nationalelf-Kollegen. Das Ranking ist seit Jahren klar: Bundestrainer Joachim Löw rüttelte nicht einmal nach der schweren Fußverletzung Neuers an dessen Nummer-1-Status. Das sorgt dafür, dass ter Stegen im Dauer-Wartestand langsam die Geduld verliert. Vor acht Jahren machte er sein erstes Länderspiel, aber auch mit 28 Jahren wartet ter Stegen weiter auf sein Debüt bei einer WM oder EM. Seit der WM 2010 ist Neuer bei jedem großen Turnier Löws Nummer eins.

Seine Turniererfahrung will Neuer auch bei dem "Final-8-Event" ausspielen. "In den K.-o.-Spielen geht es um die Tagesform, das kann ich aus meiner Erfahrung aus den internationalen Turnieren mit der Nationalmannschaft sagen", sagte der Weltmeister von 2014: "Es ist ganz wichtig, dass man weiß, dass jeder Fehler bestraft werden kann." Das gilt insbesondere auch für jeden Torwartfehler.

Patzer in großen Spielen sind bei Neuer und ter Stegen eine Rarität. Beide fallen eher als Erfolgsgaranten ihrer Teams auf. "Man hat in der abgelaufenen Bundesliga-Saison wieder gesehen, wie viele wichtige Momente Manuel hatte", sagt Bayerns früherer Torwart-Titan Oliver Kahn über Manuel Neuer.

Dieser gebe seinen Vorderleuten ein gutes Gefühl auf dem Platz, wie Mittelfeldspieler Goretzka berichtete: "Es tut gut, Manuel hinten drin zu haben. Die Sicherheit, die er ausstrahlt und die Erfahrung, die er mitbringt, tut jeder Mannschaft auf der Welt gut."

Gleiches trifft auf Kontrahent ter Stegen zu, wie Goretzka ehrlich einräumt. "Auch Marc hat sich in Barcelona sehr gut entwickelt, da die nächsten Schritte gemacht und sich zu einem Weltklassetorhüter entwickelt." Deutschland sei "schon sehr gesegnet mit Torhütern".

Fehlt Davies?

(dpa). Der FC Bayern München hat sein letztes Training an der Algarve ohne Außenverteidiger Alphonso Davies bestreiten müssen. Trainer Hansi Flick berichtete in Lagos von "leichten Adduktorenproblemen" beim Linksverteidiger, der am Mittwoch nur zuschauen konnte. "Das ist eine Sicherheitsmaßnahme", sagte der Coach des deutschen Fußball-Rekordmeisters zwei Tage vor dem Viertelfinal-Knaller gegen den FC Barcelona. Dort wird ein Davies in Topform benötigt, weil Superstar Lionel Messi über diese Seite angreift.

Auf die Frage, ob der Einsatz des 19-Jährigen gefährdet sei, erklärte Flick: "Wir denken es nicht." Nach dem Ausfall von Benjamin Pavard als Rechtsverteidiger könnte eine weitere Umbaumaßnahme die erfolgreiche Münchner Abwehr hart treffen. Eine Alternative wäre Lucas Hernández.

Duell der Ausnahmekeeper: André ter Stegen (l.) und Manuel Neuer (r.). FOTOS: DPA

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