"Der Druck ist enorm"

(sid) Deutschlands Golfstar Martin Kaymer nimmt bereits zum vierten Mal beim prestigeträchtigen Ryder Cup (ab 14.30 Uhr live bei Sky) teil. Das Duell zwischen den Europäern und US-Amerikanern fasziniert ihn nach wie vor – im nterview nennt er die Gründe.

Martin Kaymer, Sie sind mit nun vier Teilnahmen schon fast ein alter Hase. Kribbelt es noch immer? Kaymer: Der Ryder Cup ist sogar von Mal zu Mal besonderer geworden. 2010 war alles neu für mich, 2012 bin ich nicht in allerbester Form angereist, konnte aber dennoch meinen Teil zum Teamerfolg beitragen. 2014 konnte ich dann wirklich genießen. Was ist in Ihren Augen das Besondere am Ryder Cup? Kaymer: Normalerweise sind wir auf dem Platz immer Konkurrenten, aber in dieser Woche spielen wir alle gemeinsam als Team. Der Zusammenhalt ist schon besonders, und auch der Druck ist enorm: Man spielt für einen ganzen Kontinent und nicht wie sonst nur für sich selbst und sein kleines Team. Das ist schon enorm, und man merkt das auch bei den Zuschauern. Bei keinem anderen Turnier sind die Zuschauer entweder nur für oder nur gegen dich. Die Atmosphäre ist deswegen sehr speziell. Welche Rolle spielen die Zuschauer? Sie treten nun auswärts an, ist das hemmend? Kaymer: Natürlich spielt man sehr gerne zu Hause, wo man sich der Unterstützung des Großteils der Fans sicher sein kann. Aber auch in den USA macht es Spaß, ich komme gut damit zurecht. Auch meine beiden Majorsiege auf dem amerikanischen Boden spielen da eine gewisse Rolle. Bei allen Teilnahmen haben Sie mit dem Team Europa triumphiert. Was ist das Erfolgsrezept? Kaymer: Das Teamgefühl und der Zusammenhalt in dieser einen Woche sind wichtige Faktoren. Jeder spricht offen über Schwächen und Stärken im eigenen Spiel, um für das Team die besten Kombinationen festlegen zu können. Sie persönlich hatten eine Saison mit Tiefen und zuletzt mehreren Höhen. Bei wie viel Prozent stehen Sie momentan? Kaymer: Ich bin im Moment sehr zufrieden mit meinem Spiel. Ich hatte zuletzt viele Top-10-Ergebnisse, darunter auch mit der PGA Championship bei einem Major. Siege kann man nie planen, deswegen geht es mir darum, weiter an den Dingen zu arbeiten und geduldig zu bleiben. Welche Besonderheiten gibt es vor und nach den Partien innerhalb eines Teams? Kaymer: Jeder Kapitän hat da eigene Ideen, aber im Grunde macht man vieles zusammen und lernt sich in den ersten Tagen anders kennen als bei normalen Turnieren. Es wird viel gesprochen und geschaut, was man für die kommenden Partien ändern oder besser machen kann. Im Vergleich zum US-Team sind auf europäischer Seite mehr Neulinge dabei. Ist das ein Nachteil? Kaymer: Erfahrung ist immer gut, andererseits aber auch Unbekümmertheit. Es kommt auf den Charakter jedes Einzelnen an, wie er mit dem Ryder Cup und der Situation vor Ort umgeht. Ich denke, wir haben dieses Jahr eine richtig gute Mischung. Und mit wem würden Sie am liebsten spielen? Kaymer: Mit Henrik Stenson verstehe ich mich sehr gut, auch mit Sergio Garcia, Justin Rose oder Rafael Cabrera Bello. Es gibt keinen, mit dem ich nicht gerne spielen würde.

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