Drei Leistungsträger unter sich: Deutschlands Joshua Kimmich (v. l.)), Toni Kroos und Serge Gnabry müssen gegen die Schweiz als Einheit funktionieren, um die nächsten drei Punkte einzufahren. FOTO: DPA
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Drei Leistungsträger unter sich: Deutschlands Joshua Kimmich (v. l.)), Toni Kroos und Serge Gnabry müssen gegen die Schweiz als Einheit funktionieren, um die nächsten drei Punkte einzufahren. FOTO: DPA

Nur drei Punkte zählen

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Noch einmal drei Punkte - dann wäre das Ziel erreicht. Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft hoffen nach ihrer ermüdenden Kiew-Reise auf einen beruhigenden Sieg gegen die Schweiz. Zuschauer sind nicht erlaubt.

Joachim Löw macht in seinem 15. Amtsjahr keine Kompromisse mehr. "Wenn jemand sagt, der Löw sei arrogant oder dünnhäutig, dann ist das eben so", sagte der Bundestrainer vor dem wichtigen Nations-League-Spiel gegen die Schweiz, dabei hob er beide Hände und zuckte mit den Schultern: "Es gibt viele Meinungen in Deutschland. Wir haben einen Plan, den wir durchziehen."

Für Dienstag (20.45 Uhr/ARD) steht der Drei-Punkte-Plan in Stein gemeißelt: Noch 90 Minuten den Schmerz niederkämpfen, irgendwie gewinnen und die vielen Kritiker widerlegen. Nach dem ermüdenden Köln-Kiew-Köln-Trip verlangt der Weltmeistertrainer von seiner Mannschaft höchste Aufmerksamkeit und Leidensbereitschaft, von seiner Linie will er keinesfalls abweichen.

"Ich erwarte Konzentration, Präzision, Mut und diesmal auch die richtigen offensiven Akzente", forderte der 60-Jährige. Mit weiteren drei Punkten wären nach dem zähen 2:1 in der Ukraine die größten Sorgen vertrieben. Der Abstieg wäre, wie von DFB-Präsident Fritz Keller unmissverständlich eingefordert, bereits verhindert.

Allerdings sind Zuschauer heute in Köln nicht erlaubt. Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekannt. Angesichts der hohen Infektionszahlen habe das Kölner Gesundheitsamt in Absprache mit dem Land Nordrhein-Westfalen untersagen müssen, Zuschauer zuzulassen. Der DFB verzichtet angesichts der aktuell hohen Werte in Köln auch darauf, einen Antrag auf Zulassung von 300 Zuschauern zu stellen. Am Montag wies das Robert-Koch-Institut eine 7-Tage-Inzidenz von 66,3 für Köln aus. Städte, in denen der Wert über 50 liegt, gelten als Risikogebiet.

Löw dozierte am Montag unterdessen über die Grundprinzipien der Dreier- und Viererkette, seine Elf soll beide Systeme beherrschen. Die Prämisse: "Es ist wichtig, dass sich die Mannschaft einspielt", betonte der Bundestrainer. Drei Wechsel sind gegen die laut Löw "frechen und mutigen" Schweizer jedoch möglich: Timo Werner könnte anstelle von Julian Draxler (Achillessehnenprobleme) beginnen, Robin Gosens links im Mittelfeld Marcel Halstenberg (Adduktoren) ersetzen. Für Lukas Klostermann (Knieschmerzen) steht Emre Can bereit.

Die vielen Ballverluste, die schwache Chancenverwertung, die mangelnde Abstimmung: Löw hat an vielen Stellen angesetzt. "Ich bin zuversichtlich, dass es besser wird" sagte Leon Goretzka. Für das tiefere Einschleifen taktischer Dinge sei eine Trainingseinheit vor einem Spiel aber "selbstverständlich lächerlich wenig". Die stärker als die Ukrainer einzuschätzende Schweiz würde Nachlässigkeiten wahrscheinlich besser nutzen, weshalb Löw weiter nicht alles auf Angriff setzen wird. "Kraft in der Offensive schadet nie", stellte Stürmer Serge Gnabry zwar mit ein wenig Eigennutz fest, aber nicht auf Kosten der Sicherheit.

Viele Spieler im Kader sind nicht nur wegen des Reisestresses müde. Für den Bayern-Block beginnt die Terminhatz aber erst so richtig: Zwei Tage nach dem Länderspiel müssen die Münchner im Pokal gegen den 1. FC Düren antreten, keine 48 Stunden später geht es zu Arminia Bielefeld. "Lamentieren hilft nicht", sagte Torhüter Manuel Neuer. "Es wäre schön, mal eine Auszeit zu haben, aber die können wir uns nicht nehmen." Schon gar nicht gegen die Schweiz.

Aufstellungen

Deutschland: Neuer - Ginter, Süle, Rüdiger - Can, Kimmich, Kroos, Gosens (Halstenberg) - Goretzka, Werner (Draxler) - Gnabry. - Schweiz: Sommer - Elvedi, Schär, Rodriguez - Widmer, Sow, Xhaka, Freuler, Benito - Shaqiri, Seferovic. - SR: Buquet (Frankreich).

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