Donezk, Inter Mailand, Hannover

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Inter Mailand heißt der Gegner im Achtelfinale der Europa League. Jetzt allerdings gilt die Aufmerksamkeit der Eintracht am Sonntag Gastgeber Hannover 96. Eben noch in Europa unterwegs, ist Frankfurt nun bei einem Bundesliga- Abstiegskandidaten zu Gast.

Als das große Los dann gezogen war, hat das in der Kabine bei den Eintracht-Profis "keine großartigen Stimmungsschwankungen" ausgelöst, erzählte der Frankfurter Trainer Adi Hütter hinterher. Sie hätten es zur Kenntnis genommen in dem Wissen, dass es schlimmer hätte kommen können, Krasnodar etwa oder auch St. Petersburg, zumindest, was die Reisestrapazen angeht. Hütter selbst war angesichts des kommenden Gegners in der Europa League, dem FC Internazionale Mailand, deutlich emotionaler unterwegs: "Ein tolles Los", sagte er über "die absolute Top-Mannschaft", aktuell Tabellendritter in Italien, gespickt mit allerhand prominenten Akteuren, dazu eine Begegnung im "altehrwürdigen San-Siro" vor 80 000 Zuschauern.

Am 7. März (18.55 Uhr) empfängt der Bundesligist den 18-maligen italienischen Meister zunächst zum Hinspiel, eine Woche später geht es dann in das "super Stadion" eines "super Vereins" mit einem "tollen Trainer", wie Hütter über Mailand urteilte. Die Wertschätzung war dem Österreicher durchaus anzumerken, aber Angst vor dem Kräftemessen mit den starbesetzten Italienern? Nein, für Angst fand der 49 Jahre alte Fußballlehrer keinen Platz. Im Gegenteil: "Wir freuen uns auf diese tolle Paarung."

Manches spricht dafür, dass Eintracht Frankfurt mindestens die Leistung vom Donnerstagabend wiederholen muss, um eine realistische Chance aufs Weiterkommen zu haben. Dass die Hessen zunächst Heimrecht haben, ist sicher nicht optimal: "Es geht darum, eine gute Ausgangsposition zu schaffen, vorzulegen und nach Möglichkeit zu null zu spielen", sagt Hütter. Auch am Tag nach "dem unvergesslichen Abend" (Hütter) waren die Eruptionen weiter spürbar. Noch immer standen die Protagonisten ganz im Banne dieses außergewöhnlichen 4:1-Spiels gegen eine Mannschaft von Schachtjor Donezk, die in den letzten zehn Jahren achtmal in der Champions League spielte, oft genug auch die K.-o.-Phase erreicht hatte.

Das Erreichen des Achtelfinales kommt einem Quantensprung gleich. Zuletzt spielte 1995 eine Eintracht-Elf so lange im Europacup mit, sie kam gar bis ins Viertelfinale, dann war gegen Juventus Turin Endstation. Das ist fast ein Vierteljahrhundert her. Die Bedeutung, 2019 in der Runde der letzten 16 Mannschaften zu stehen, ist mittlerweile um ein Vielfaches höher. "Der Stellenwert für den Verein ist enorm", sagt Vorstand Axel Hellmann.

Vor allem, weil Eintracht Frankfurt höchstwahrscheinlich, neben Bayern München, das auch erst noch gegen den FC Liverpool bestehen muss, die einzige verbliebene deutsche Mannschaft in einem internationalen Wettbewerb ist. "Wir werden den deutschen Fußball in der nächsten Runde repräsentieren", stellte Hellmann stolz fest. "Das ist eine große Ehre für den Verein, aber wir sind in dieser Rolle auch aller Ehren wert." Und ein geheimer Traum ist in Erfüllung gegangen: Vor zehn, zwölf Jahren habe man beisammengesessen und ein wenig philosophiert, erzählte Hellmann: "Einmal in einem Pflichtspiel gegen Chelsea zu spielen, das wäre es doch", habe man sich seinerzeit zugeraunt. Nun ist es zwar nicht der Londoner Klub geworden, aber Inter Mailand zählt auch nicht gerade zur Laufkundschaft. "Wir sind im Kreis der klangvollen Namen dabei", sagte Hellmann.

Die ganz große Kunst wird es freilich jetzt sein, den Spagat zu schaffen zum Ligaalltag. Und der sieht Schwarzbrot vor, am Sonntag muss die Eintracht zum Tabellenvorletzten Hannover 96: Eben noch mittendrin im gleißenden Rampenlicht, dann schon gegen ein Team, das um den Ligaerhalt kämpft. Es wird nicht leicht sein, den Hebel umzulegen. "Wir müssen das Spiel im Kopf annehmen", sagt Hütter, es werde auf die richtige Einstellung ankommen, Hannover 96 "steht mit dem Rücken zur Wand": Im Vorbeigehen gewinne keiner in der Liga ein Spiel.

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