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Donata Hopfen - die Nachfolgerin von DFL-Boss Christian Seifert.

Donata Hopfen DFL-Chefin

Die DFL setzt an ihrer Spitze erstmals auf eine Frau. Donata Hopfen tritt am 1. Januar 2022 die Nachfolge von Christian Seifert an.

Frauen-Power für die Deutsche Fußball Liga (DFL): Donata Hopfen (45) tritt schon zum 1. Januar 2022 als Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung die Nachfolge von Christian Seifert (52) an, der 16 Jahre lang an der Spitze des Ligaverbandes steht. Hopfen erhält einen Dreijahresvertrag mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2024. Seifert tritt damit ein halbes Jahr früher ab als geplant.

Dass zum ersten Mal eine Frau die DFL-Geschicke leitet, ist für den ehemaligen DFL-Geschäftsführer und langjährigen Bundesliga-Vorstandschef Heribert Bruchhagen überhaupt kein Problem. »Es zählen nur Sachargumente und nicht die Emotionalität der Fußball-Traditionalisten, zu denen ich auch gehöre. Ich musste auch erstmal schlucken, aber je länger man darüber nachdenkt, umso besser findet man diese Entscheidung«, sagte der 72-Jährige bei Sky Sport News.

Hopfen bedankte sich »für das Vertrauen. Der deutsche Profifußball besitzt eine große Tradition und ist tief in der Gesellschaft verankert. Bundesliga und 2. Bundesliga genießen ebenso wie die DFL weltweit einen hervorragenden Ruf«, betonte sie. Es gelte, dies alles »auch vor dem Hintergrund technologischer, gesellschaftlicher und medialer Veränderungen im Umfeld des Fußballs zu bewahren - und gleichzeitig innovativ weiterzuentwickeln«.

Während rund um den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nach dem Abgang von Präsident Fritz Keller zumindest über Frauen in der Führung diskutiert wird, »traut sich« die DFL bereits, das Vertrauen zu schenken. Ein großer Schritt mit Vorbildcharakter im deutschen Fußball.

Der DFL-Aufsichtsratsvorsitzende und DFB-Interims-Co-Präsident Peter Peters begründete die Entscheidung: »Donata Hopfen ist die richtige Persönlichkeit für eine der wichtigsten Positionen im deutschen Fußball«, sagte er, »in einer Zeit des Wandels verfügt sie über alle Qualitäten und große Durchsetzungsfähigkeit, um die DFL im Sinne der Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft zu führen.«

Bruchhagen betonte nochmals, dass Seifert bei seinem Amtsantritt 2005 »als Karstadt-Manager auch keinen Stallgeruch« gehabt habe: »Und siehe da, Christian Seifert war ein Volltreffer. Er hat die Liga glänzend geführt in all den Jahren. Er hat große Fußstapfen hinterlassen.«

Hopfen sei - so Bruchhagen - die richtige Person für die Herausforderungen der Zukunft: »Da die Tendenz immer mehr in Richtung Medien, Internationalisierung und Digitalisierung geht, ist es nicht ungewöhnlich, dass man jemanden ausgewählt hat, der nicht direkt aus dem Fußball kommt, aber im Bereich Management große, große Erfahrung hat und besonders im Bereich Digitalisierung, dem in Zukunft eine noch größere Bedeutung zukommt.«

Seifert, DFL-Geschäftsführer und Sprecher des Präsidiums, hatte im vergangenen Oktober verkündet, seinen Ende Juni 2022 auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen.

Hopfen startete ihre Karriere bei der Unternehmensberatung Accenture. Es folgten 14 Jahre bei Axel Springer, zuletzt war die »Medienfrau des Jahres« 2014 in Deutschland Vorsitzende der Verlagsgeschäftsführung der Bild-Gruppe. Zwischenzeitlich arbeitete sie als Geschäftsführerin bei Verimi, einem digitalen Gemeinschaftsprojekt großer deutscher Unternehmen.

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