Benedikt Doll kämpft sich in Ruhpolding im Verfolgungsrennen auf Platz fünf. FOTO: DPA
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Benedikt Doll kämpft sich in Ruhpolding im Verfolgungsrennen auf Platz fünf. FOTO: DPA

Doll verpasst das Podium knapp

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(sid). Benedikt Doll quälte sich, gab angefeuert von 22 000 begeisterten Fans alles - doch auf der Zielgeraden hatte der 29-Jährige im harten Kampf gegen Vetle Sjaastad Christiansen und Simon Desthieux nichts mehr zuzusetzen. 6,2 Sekunden fehlten Doll beim Verfolgungsrennen über 12,5 km zu seinem dritten Podestplatz des Winters und zu einem tollen Abschluss des Heimweltcups in Ruhpolding.

"Ich bin sehr zufrieden. Das gibt Selbstvertrauen und macht Spaß, so wie es läuft", sagte Doll nach Platz fünf, noch gezeichnet von einem harten Rennen und einem Stockschlag, der ihm eine Schramme an der Stirn eingebracht hatte.

25 Tage vor dem ersten WM-Rennen in Antholz (13. bis 23. Februar) haben die deutschen Männer damit ihre Ambitionen untermauert. "Wir haben gezeigt, dass wir zu den Besten gehören und in Schlagdistanz sind", sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Auch deshalb wird der Saisonhöhepunkt in Südtirol ohne den formschwachen Ex-Weltmeister Simon Schempp stattfinden. Man habe sich "schweren Herzens" dazu entschlossen, auf den 31-Jährigen zu verzichten, betonte Kirchner nach den Rennen in Ruhpolding.

Der DSV-Coach kann es sich leisten. "Jeder hat das Zeug dazu, vorne reinzulaufen. Das macht uns stark", sagte Routinier Arnd Peiffer, der am Sonntag 14. wurde. Philipp Nawrath machte mit Rang zwölf erneut auf sich aufmerksam. Im Sprint hatte Doll zudem bereits als Dritter geglänzt und die sechste Top-3-Platzierung der DSV-Männer herausgelaufen.

Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade gewann das Jagdrennen vor seinem Teamkollegen Quentin Fillon Maillet und Christiansen. Der elfmalige Weltmeister Fourcade schoss in allen drei Ruhpolding-Rennen keinen einzigen Fehler und führte Frankreichs Staffel am Samstag zum Sieg. Das deutsche Quartett wurde Fünfter, weil es am Schießstand nicht rund gelaufen war.

Das Frauen-Team blieb in Ruhpolding ohne die erhoffte Podestplatzierung und offenbarte vor der Generalprobe in Pokljuka (23. bis 26. Januar) weiterhin Probleme. Darüber konnte auch der sechste Rang von Denise Herrmann in der Verfolgung über 10 km, die einmal mehr die überragende Tiril Eckhoff gewann, nicht hinwegtäuschen.

Die 31-Jährige war beim sechsten Saisonsieg der norwegischen Dominatorin bei dichtem Schneetreiben immerhin von Rang 19 noch weit nach vorne gelaufen. Drei Schießfehler verhinderten jedoch den Sprung aufs Podest. Franziska Preuß wurde Zwölfte. Vanessa Hinz, der schon in der Staffel die Nerven versagt hatten, fiel auf Rang 21 zurück.

Die erfolgsverwöhnten deutschen Biathletinnen bleiben so im Jahr eins nach Laura Dahlmeier weiter hinter den hohen Erwartungen zurück. Erst ein Rang auf dem Stockerl in diesem Winter durch Herrmann ist deutlich zu wenig. Was blieb, war die Hoffnung, "dass wir bei der WM am Tag X Paroli bieten können", so Herrmann. Man müsse "in Richtung WM noch aufholen", räumte Disziplintrainer Kristian Mehringer ein. Vor allem am Schießstand habe man "das ein oder andere Problem. Das ist größtenteils eine mentale Geschichte. Daran müssen wir in den nächsten Wochen arbeiten", ergänzte sein Kollege Florian Steirer. Es ist nur ein Teil des Dilemmas. In Herrmann, Preuß und Hinz haben sich erst drei DSV-Frauen für den Saisonhöhepunkt qualifiziert.

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