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Auf seiner Heimstrecke in Silverstone hofft Weltmeister Lewis Hamilton am Wochenende auf die Trendwende.

Die letzte Hoffnung?

  • VonSID
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Lewis Hamilton braucht in Silverstone endlich einen Erfolg gegen seinen großen Widersacher Max Verstappen, volle Tribünen und ein Mercedes-Update könnten helfen - der Weltmeister zweifelt allerdings.

Wenn Lewis Hamilton über sein Duell mit Max Verstappen spricht, dann klingt das alles schon ziemlich aussichtslos. »Sehr schwierig« sei es, sein junger Rivale fahre »da vorne spazieren«, so überlegen sei der Red Bull. Hamilton selbst könne in seinem Mercedes »gar nicht mehr viel ausrichten«.

Vor dem Heimrennen in Silverstone am Sonntag (16 Uhr MESZ/Sky) klingt das nicht nach dem großen, dringend notwendigen Comeback des Weltmeisters. Und das Update an seinem Boliden, das den Rückstand nach vorne endlich verkleinern soll? Sorgt bei Hamilton auch nicht für Optimismus.

Ja, sagt er, »da kommt ein bisschen was. Aber das wird die Lücke nicht ausreichend schließen.« Dabei ist allein die Tatsache, dass Mercedes sein Auto mal wieder weiterentwickelt, ja schon bemerkenswert, denn hier liegt die Wurzel allen Übels: Red Bull verbesserte den RB16B zuletzt Rennen für Rennen, Mercedes fokussiert sich dagegen längst auf den Boliden für das nächste Jahr. Das Zwischenergebnis vor Silverstone: 32 Punkte Rückstand in der Fahrer-WM, schon 44 sind es im Team-Klassement.

Eine Trendwende muss also her, sofort, im zehnten von 23 geplanten Saisonrennen wäre das noch früh genug. Und eigentlich wirkt das Wochenende in West Northamptonshire doch wie gemacht dafür. Bis zu 140 000 britische Fans könnten ihren Lokalhelden unterstützen, die Tribünen werden komplett geöffnet, trotz Corona. Zudem kommt erstmals das völlig neue Sprint-Format zum Einsatz, dieses kurze Rennen (17.30 Uhr MESZ/Sky) ersetzt am Samstag das normale Qualifying - und könnte im Kampf um die Startplätze für andere Verhältnisse sorgen.

Und Hamiltons Bilanz in Silverstone ist sowieso ohne Vergleich. 90 Kilometer von seinem Heimatort Stevenage entfernt hat der 36-Jährige siebenmal gewonnen, das schaffte sonst niemand. Sechs der vergangenen acht Rennen dort gingen an ihn. Und diese neuen Teile an seinem Auto, welche Hamilton so abtut, sorgen anderswo bei Mercedes durchaus für Vorfreude. »Ein gutes Update« sei das, sagt Renningenieur Andrew Shovlin, eine »ziemlich aufregende Sache«. Mehr verrät er nicht, so macht man das in der Formel 1.

Und Mercedes war bei den beiden Rennen zuletzt in Österreich zwar wirklich hoffnungslos unterlegen, doch Spielberg sei eben auch Spielberg - dort haben die Silberpfeile seit Jahren immer wieder Probleme. Das Gegenteil gilt für Silverstone, das betont sogar die Konkurrenz. Die Strecke sei »eine Festung« für Mercedes, sagt Red Bulls Teamchef Christian Horner, »und Lewis hat dort diese große Unterstützung. Auf uns wartet eine große Herausforderung.«

Vielleicht kippt der Titelkampf in England also doch noch einmal in die andere Richtung, ein paar kleine Hoffnungsschimmer gibt es ja. Aus dem Munde Lewis Hamiltons klingt es allerdings, als sei da schon etwas mehr nötig als ein paar neue Teile am Auto und laute Fans. »Ich bete für ein neues Szenario in den kommenden Rennen«, sagt der Titelverteidiger.

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