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Mann für besondere Aufgaben: Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm vertraut auf seinen Co-Trainer und finnischen Landsmann Ville Peltonen (l.).

Die finnischen Deutschen

  • VonRedaktion
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Als es im WM-Spiel gegen Kasachstan (2:3) darum ging, noch einen Weg zu finden, der zum Ausgleich führen würde, nahm Deutschlands Bundestrainer Toni Söderholm eine Auszeit. 30 Sekunden, um der Mannschaft eine Lösung aufzuzeigen. Doch nicht er selbst instruierte, sondern trat einen Schritt zurück. Das Wort führte einer seiner Assistenten, der für Angriff und Überzahlspiel zuständige.

Die Fachwelt schaute auf den Mann, der in deutschen Medien kaum Beachtung findet: Ville Peltonen ist ein großer Name im WeltEishockey.

Der heute 48-Jährige war Spieler in der NHL, in der Schweiz - doch vor allem einer, dem der April und Mai gehörte. Die WM-Monate. Bei 13 Weltmeisterschaften war er am Start, 107 Spiele kamen so zusammen. Peltonen wurde einmal Weltmeister, viermal Vize. Je drei WM- und Olympia-Bronze-Medaillen und eine Silberne bei den Spielen 1994 gehören zu seiner Sammlung. »Das Interesse der finnischen Medien am deutschen Eishockey ist gestiegen dadurch, dass wir Ville in unserem Trainerstab haben«, sagt Söderholm, der bei den Pressekonferenzen in Riga häufig Fragen aus seiner Heimat zu beantworten hat. Das wird auch heute wieder so sein. Denn am fünften Spieltag des Turniers trifft Deutschland auf Finnland (19.15 Uhr/Sport1).

Peltonen bringt Dinge auf den Punkt

Dass Söderholm (43) Peltonen an seiner Seite hat, ist eine Verabredung für dieses eine Turnier. Zusammen waren sie Vizeweltmeister geworden als Spieler, »und Ville war in einigen Teams, in denen ich gespielt habe, Kapitän. Wir sind befreundet, aber wenn wir arbeiten, arbeiten wir.« Peltonen holte er, »weil er der beste Co-Trainer ist, den ich finden konnte. Er besitzt Know-how, analysiert schnell, weiß, wie man mit Situationen umgeht.«

»Als ich Ville Peltonen das erste Mal bei uns in der Kabine sah«, denkt DEB-Präsident Franz Reindl an die WM-Vorbereitung zurück, »da habe ich die Ehrfurcht der Spieler bemerkt. Wie er auftritt, wie er die Dinge in kürzester Zeit auf den Punkt bringt - er ist eine Nummer.« Reindl findet, es spreche für Söderholm, »wenn man sich einen solchen Mann an die Seite holt, aber selber die Verantwortung trägt«. Nach der WM wird Peltonen Chefcoach - bei IFK Helsinki.

Neben dem US-Amerikaner Matt McIlvane (Salzburg), mit dem Söderholm schon als gleichberechtigter Assistent beim EHC München arbeitete (2016/17), und Alexander Dück gehört noch ein weiterer Finne zum Coaching-Staff des Nationalteams: Ilpo Kauhanen (47). Von 1998 bis 2010 war er Torwart bei deutschen Clubs (Bad Tölz, Kassel, Ingolstadt, Hannover, Mannheim), nahm auch die deutsche Staatsbürgerschaft an. Seit 2015 ist er als Torwarttrainer unterwegs, in Schwenningen und beim Verband. Seit 2018 kennen er und Söderholm sich. Technische Arbeit mit den drei Keepern verlangt Söderholm von Kauhanen »in einem intensiven Turnier« nicht. Aufgaben stattdessen: »Er soll Leitplanke und Diskussionspartner sein, dafür sorgen, dass die Torhüter die richtigen Übungen bekommen. Und bei Spielen ist er unser Videocoach.«

So auch gegen Finnland. Vor zwei Jahren, bei der ersten WM unter dem neuen Bundestrainer, konnten die Söderholm-Deutschen den späteren Weltmeister als einziges Team schlagen. Das Spiel nun, blickt Söderhol, voraus, sei »nicht mehr so besonders wie das 2019. Aber vielleicht muss ich erst noch bei meiner Mama nachfragen.« GÜNTER KLEIN

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